Strafzettel fürs Trinken von Bier: Alkoholverbot in Ischgl beschlossen

Der Ischgler Gemeinderat hat das geplante Alkoholverbot auf den Straßen beschlossen. Auch Grillen am Parkplatz ist verboten.

In der Gemeinde Ischgl ist das Trinken auf ausgewiesenen öffentlichen Plätzen künftig verboten.
© TT / Thomas Boehm

Von Matthias Reichle

Ischgl – Ischgl, das stand bisher für Skifahren, ausgelassene Partys – und bei so manchem auch für viel Alkohol. Wer sich aber in diesem Winter mit einem Bier – oder gar Härterem – im Zentrum erwischen lässt, für den wird das richtig teuer. Wie berichtet, verordnet sich die Partyhochburg heuer ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. Der Ischgler Gemeinderat hat das nun abgesegnet. Party machen und Trinken im Freien? Das ist zwischen dem 26. November und dem Ende der Wintersaison untersagt – und zwar rund um die Uhr.

Kontrollieren werden das die Securitys. Wie viel eine Übertretung kosten wird, konnte Bürgermeister Werner Kurz noch nicht beziffern. „Es wird zwischen 25 und 50 Euro liegen“, betont er. „Es muss ja auch ein bisschen menschelen.“ Allerdings gebe es keine Verwarnung, wie beim Skischuhverbot will man rigoros durchgreifen.

Zahlen muss, wer sich auf der Dorfstraße, dem Galfeinsweg, wo sich das Kitzloch befindet, dem Florianiparkplatz, dem Fimbabahnweg, dem Après-Ski-Hotspot Silvrettaplatz oder den beiden Silvrettaparkplätzen zuprostet – all diese Bereiche werden damit „trockengelegt“.

Diskussionen über weitere Ausweitung

Einstimmigkeit herrschte im Ischgler Gemeinderat. „Die meisten Leute befürworten das“, betonte ein Gemeinderat. „Es ist vermutlich momentan der richtige Zeitpunkt“, erklärt auch Vizebürgermeister Emil Zangerl.

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Diskussionen gab es nur über eine weitere Ausweitung. Etwa auf die beiden Dorftunnel, wie Gemeinderat und Seilbahnvorstand Markus Walser vorschlug. „Wenn es Probleme gibt, muss man das verschärfen – vielleicht im nächsten Jahr“, so Kurz. Denn vorerst gilt das Verbot nur bis zum Ende des Winters. Dann will man weitersehen. Verhindern will man unter anderem, dass die Après-Ski-Partys von den Gästen heuer kurzerhand ins Freie verlegt werden. In den Gebäuden herrschen ja strenge Regeln. „Wir hatten bereits bisher ein Ausschankverbot ab 19 Uhr im Freien“, erklärt der Bürgermeister. Auch hätten Securitys ein Auge darauf gehabt, dass auf den Straßen kein Alkohol getrunken werde. Handhabe hatte man aber keine. Das ändert sich nun.

Auch gegen Auswüchse des Bustourismus geht die Gemeinde heuer mit verschärften Maßnahmen vor. Im gleichen Zug wurde auch ein Verabreichungsverbot auf den großen Parkplätzen verordnet. Busse kommen, haben ihren Ausschank mit, stellen regelrecht Würstlstände auf und grillen, beschreibt Kurz das Treiben in früheren Hochsaisonen. Dem schiebt man nun klar einen Riegel vor.


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