Stimmen für Menschenrechte: „Wir wählen Menschlichkeit“

Die Zustände in griechischen Flüchtlingslagern sind der Anlass für die Aktion „Wir wählen Menschlichkeit“. Auch viele Tiroler Prominente beteiligen sich daran.

Auch Bischof Hermann Glettler (links) und Ex-EU-Kommissar Franz Fischler beteiligen sich an der Aktion.
© Foto TT / Rudy De Moor

Innsbruck – Verschmutzte, ungeheizte Unterkünfte, mangelnde ärztliche Versorgung, wenig zu essen und zu trinken und vor allem wenig Hoffnung: Die menschenunwürdigen Zustände in den griechischen Lagern, in denen rund 40.000 Flüchtlinge leben, bewegen Menschen auch in Tirol.

Viele empfinden ihre Situation als Schande für Europa und fordern ein Umdenken. In zahlreichen österreichischen Gemeinden findet aus diesem Grund am Freitag, 6. November, der Auftakt von „Wir wählen Menschlichkeit – eine Aktion der Österreichischen Zivilgesellschaft“ statt, wie Organisatorin Ursula Jennewein vom Freundeskreis Flucht und Integration in Tirol ankündigt.

Online-Petition geplant

In Innsbruck werden in der Maria-Theresien-Straße Aktionsstände eingerichtet, viele in der Öffentlichkeit stehende Menschen aus Politik, Kunst, Seelsorge und Wissenschaft geben Statements ab und fordern dazu auf, Wahlzettel mit einem Bekenntnis zur Einhaltung der Menschenrechte in Europa und zur Aufnahme Geflüchteter abzugeben. Unter ihnen Franz Fischler, früherer EU-Kommissar und scheidender Präsident des Forum Alpbach, Bischof Hermann Glettler, Günther Lieder von der jüdischen Gemeinde, die Politikwissenschafter Anton Pelinka und Reinhold Gärtner und Schauspielerin Katharina Stemberger. Aus dem Bürgermeistersaal im Rathaus sollen ihre Statements auf Leinwände in der Maria-Theresien-Straße projiziert werden.

Aber auch in anderen Gemeinden Tirols haben sich Menschen zu Gruppierungen zusammengefunden, um für mehr Menschlichkeit zu plädieren, wie in Jenbach, Inzing, im Außerfern und Oberperfuss. Auch eine Online-Petition ist geplant. Stimmen können außerdem per Brief abgegeben werden, sie werden nach der Aktion, die bis 29. November dauern soll, zuständigen Politikern übergeben. Würde man all diese Flüchtlinge im Verhältnis der Einwohnerzahl auf die EU verteilen, entfielen auf ganz Österreich 2000, auf Tirol 160 und Innsbruck 30 Menschen. (ms)

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