Saisonstart: Skifahrer lassen sich den Spaß nicht nehmen

Aus Kritik gelernt: Abstand halten und Maske tragen war beim Winter-Saisonstart in Kitzbühel kein Problem.

Auch wenn der Regen die Freude trübte, nutzten die Skifahrer den Saisonstart in Kitzbühel für ihre ersten Schwünge. Die „Skilöwen“ waren aus München zum Training angereist.
© Angerer Harald

Von Harald Angerer

Kitzbühel — „Natürlich hätten wir uns besseres Wetter gewünscht", sagte gestern um 8 Uhr morgens der Vorstandsvorsitzende der Bergbahn Kitzbühel Anton Bodner, als sich das Drehkreuz der Panoramabahn heuer das erste Mal drehte.

Wie schon in den vergangenen Jahren ist die Bergbahn Kitzbühel das erste Nichtgletscherskigebiet, das in den Winterbetrieb geht. Dafür sorgt ein Schneedepot, das alle Jahre wieder für Diskussionen sorgt. Um genau diesen Diskussionen aus dem Weg zu gehen, hat man heuer den Start etwas nach hinten verlegt. „Wir hatten eine klare Vorgabe für den heurigen Winterstart: Wir fahren nicht auf der grünen Wiese und verschieben den Start etwas nach hinten. Vor einer Woche hatten wir hier 40—50 cm Neuschnee, und es war notwendig und wichtig, das Schneedepot auszubringen. Der Regen heute schmerzt uns schon", sagt Bodner. Gestern sorgte der Regen für weniger Winterstimmung. Viele Wintersportler haben sich davon aber nicht abschrecken lassen.

„Ich habe mich auch gefragt, warum ich heute Skifahren gehe. Aber es ist halt Saisonbeginn, da fährt man einfach. Und im März haben wir ja abrupt aufhören müssen, es war einfach wieder an der Zeit, Skifahren zu gehen", sagt Claudia aus Wien. Auch mit den Corona-Auflagen, also Abstand halten und Maske tragen am und im Lift, hat sie kein Problem. „Ich bin selber in der Pflege tätig. Wenn ich mit Maske arbeiten gehen kann, dann werde ich sie in der Freizeit bei Bedarf auch tragen", so die begeisterte Skifahrerin.

„Das kennen wir ja auch aus dem Alltag"

Mario mit Lionel und Luca freuten sich über den Start.
© Angerer Harald

Ähnlich sehen das auch andere Wintersportler. „Ich habe mit der Maske kein Problem. Das Tuch hatte ich früher auch schon beim Skifahren mit, ob ich das nun auch am Lift oder in der Gondel bis über die Nase hochziehe, macht keinen Unterschied für mich", sagt Klaus aus Mittersill.

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Ebenfalls nicht bremsen lassen hat sich Mario mit seinen Kindern Lionel und Luca aus dem Oberpinzgau. „Wir gehen einfach gerne Skifahren, da ist das Wetter nicht so ausschlaggebend", sagt Mario. Sein Sohn Luca fährt Skirennen und bereitet sich schon auf die Saison vor. „Und auch der Kleine fängt langsam an. Also schauen wir halt, dass wir wieder ins Skifahren reinkommen", erklärt der Papa. Die Corona-Maßnahmen sieht auch er nicht als Problem. „Das kennen wir ja auch aus dem Alltag. Wichtig ist, dass die Seilbahnen in Betrieb bleiben können und dass wir im Winter Skifahren dürfen", meint Mario. Der Winter sei für die ganze Region wichtig, hier seien dann die Auflagen kein Problem.

Auch Claudia hatte ihren Spaß.
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Nicht nur zum Spaß sind die ganzen Skiclubs am Resterkogel. Sie haben auch gestern schon die ersten Trainingsläufe in den Hang gesteckt und holen sich den richtigen Schliff für den Winter. Unter ihnen nicht nur die Nachwuchsrennläufer aus dem Bezirk, sondern auch die „Skilöwen". Dabei handelt es sich um die Ski-Abteilung des TSV 1860 München. Seit Jahren nutzen sie die Piste am Resterkogel als Trainingshang. „Für uns sind Kitzbühel und der Resterkogel ideal zum Trainieren. Alleine schon wegen der Nähe zu München", schildert Hansi von den „Skilöwen".

Die deutlich kürzere Anfahrt sei mit den Kindern ein großer Vorteil. „Wir fahren hierher nur gut 1,5 Stunden, nach Sölden ist es doppelt so lange. Das spart uns enorm Zeit und Kosten", erklärt der Trainer. Wie es mit dem Training am Resterkogel im Herbst weitergeht, ist aber noch nicht klar. „Wir müssen halt von Woche zu Woche schauen, ob wir noch rein dürfen", sagt Hansi. Das macht auch Bergbahnchef Bodner Sorgen. „Derzeit haben über 350 Mannschaften bei uns gebucht, wie es sich entwickelt, wird man sehen", so Bodner. Hier habe man auch Druck von den Vereinen und Verbänden, möglichst früh in die Saison zu starten. Es gelte daher, zwischen der Kritik und der Erwartungshaltung abzuwägen.


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