Flüssige Energie statt fossile Rohstoffe für Heizung und Auto

Mit synthetischen Brennstoffen soll schon bald – energieneutral – geheizt und Auto gefahren werden.

Mit synthetischem Brennstoff soll auch geheizt werden können – eine eigene Heizungsanlage braucht es nicht.
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Innsbruck – Eine deutliche Reduktion des CO2-Ausstoßes und Unabhängigkeit vom Import fossiler Rohstoffe scheint zum Greifen nahe. Grund dafür ist das revolutionäre Pilotprojekt „Innovation Flüssige Energie“ zwischen dem Institut für Wärme und Öltechnik (IWO) und der AVL List GmbH (Unternehmen zur Entwicklung von Antriebssystemen). Entstehen soll eine der innovativsten „Power-to-Liquid-Anlagen“ (PtL)Europas.

Der technische Fortschritt erspare teuren Umbau, etwa von Verbrennungsmotoren oder Heizungen, erklärt Jürgen Roth, Chef des Instituts für Wärme und Öltechnik. „Die Anlage soll in Zukunft ermöglichen, Wasser in Verbindung mit einer Kohlenstoffquelle in klimafreundliche, synthetische Brenn- und Kraftstoffe umzuwandeln.“ Der große Vorteil liege darin, dass die energetische Nutzung im Gegensatz zu fossilen Energieträgern CO2-neutral erfolgt. Somit werde eine massive Reduktion von Treibhausgasemissionen erreicht, „ohne dabei auf Autos, Flugzeuge oder herkömmliche Ölheizungen verzichten zu müssen“. Denn eine Umrüstung bestehender Infrastruktur sei für die Verwendung nicht nötig.

Gesetzt wird also darauf, dass synthetische Brenn- und Kraftstoffe schon bald vollständig wettbewerbsfähig sind. „Damit schafft man Entlastung für Umwelt, Wirtschaft und Verbraucher“, so Alexander Gutmann, Fachgruppenobmann Energiehandel der Wirtschaftskammer Tirol. Klimaschutz könne langfristig nur durch technische Innovation gelingen. Kurzsichtige Verbote (etwa von Ölheizungen) seien nicht effektiv.

Weiters geplant ist die Gründung einer „eFuel Alliance“ für Österreich. Die Fertigstellung soll bis 2022 erfolgen. Bei einem Power-to-Liquid-Verfahren soll überschüssiger Strom aus Solar- und Windenergie verwendet werden, um Wasserstoff herzustellen. Dieser wird dann verflüssigt und zu synthetischen Brenn- und Kraftstoffen, die Anlage soll in 24 Monaten fertig sein. Projektpartner seien etwa OMV oder Verbund AG. (ver)


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