Turnhallen in Innsbruck geschlossen: Kinderkurse abgesagt

Vergangene Woche wurde Tirols größtem Sportverein mit über 5000 Mitgliedern mitgeteilt, dass alle Schulturnhallen für Externe bis 18 Uhr nun tabu sind.

Hoffentlich 2021 wieder möglich: für ein gemeinsames Foto in die Kamera lachen.
© Turnerschaft Innsbruck

Innsbruck – Die Turnerschaft Innsbruck kann den Schritt des Innsbrucker Schulamtes nicht nachvollziehen. Vergangene Woche wurde Tirols größtem Sportverein mit über 5000 Mitgliedern mitgeteilt, dass alle Schulturnhallen für Externe bis 18 Uhr nun tabu sind.

„Wir mussten neun von zehn Kinderturnkursen absagen, die bereits begonnen haben“, erklärt Werner Steiner, Sektionsleiter Breitensport. Über 100 Kinder, die sich in der psychisch belastenden Corona-Zeit beim Sport eine Auszeit gönnen konnten, „sind natürlich sehr enttäuscht“, sagt Steiner. „Wir fühlen uns als Verein alleingelassen, zumal wir alles machen, was es an Covid-Maßnahmen braucht, und die Turnerschaftskinder mit den Schulkindern nicht in Kontakt kommen.“ Anders sieht es bei den Erwachsenenkursen in Innsbruck aus: „Sie starten nach 18 Uhr und da entscheidet nicht mehr das Schulamt, sondern das Sportamt und hier kommt man uns sehr entgegen.“

Zwar muss auch hier mit heute die 6er- statt die 10er-Regel eingehalten werden, „aber wir müssen dennoch niemandem absagen. Die Hallen sind so groß, dass wir zwei oder drei 6er-Gruppen machen können, die abgegrenzt werden und einen Abstand von zwei Metern haben.“

" Hier kommt es ganz auf den Direktor an, was möglich ist“

Auch außerhalb von Innsbruck tun sich Probleme auf: Kindergärten wollen ihre Bewegungsräume nicht mehr an Externe vermieten, in einigen Schulsporthallen darf nur eine 6er-Gruppe sporteln, „obwohl es genügend Platz für zwei oder drei Gruppen gäbe. Hier kommt es ganz auf den Direktor an, was möglich ist“, so Steiner.

Die Kosten bleiben der Turnerschaft dennoch: „Außer in den Hallen des Bundes sind wir für die Desinfektion aller Matten und Geräte zuständig. Und weil wir extra mit hochwertigen Desinfektionsmitteln arbeiten, die das Material nicht beschädigen, haben wir natürlich höhere Ausgaben.“

Hart trifft die neue Regelung auch Claudia Tschuggnall, Leiterin des Tanz- und Bewegungszentrums Telfs: „Ich wollte wegen der neuen Indoor-Regelung auf gar keinen Fall jemandem absagen, weil ich den Menschen einfach ein Stück Normalität zurückgeben will. Ich werde daher die Gruppen splitten und halt doppelt so viel arbeiten.“ Ein externer Trainer für einen Tanz- oder Yogakurs für sechs Personen „rentiert sich leider finanziell gar nicht“. (wa)


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