Anrainer dagegen: Deponie in Kappl ist vorerst auf Eis gelegt

Anrainer in Kappl sammelten 137 Unterschriften gegen eine Deponie.

Die Deponie war in der Nähe des Kappler Weilers Ulmich geplant.
© Reichle

Von Matthias Reichle

Kappl – Die Anrainer sind erleichtert – vorerst. Eine beim Kappler Ortsteil Ulmich geplante Deponie liegt inzwischen auf Eis. Die mündliche Verhandlung zur Genehmigung des Projekts, die gestern angesetzt war, wurde von der Bezirkshauptmannschaft Landeck abgesagt.

Auf der 1200 Quadratmeter großen Fläche sollte ein Zwischenlager für Bau- und Abbruchabfälle mit einer Lagerkapazität von 3000 Tonnen errichtet werden. Das Unternehmen, das um die Genehmigung angesucht hatte, wollte dort rund 18.000 Tonnen Material pro Jahr umschlagen. Auch eine Aufbereitung mittels mobiler Brechanlage und Wurfgatter war geplant.

Kappler der umliegenden Ortsteile Ulmich und Nederle waren gegen das Projekt aufgetreten – sie haben 137 Unterschriften gesammelt.

„Viele Familien haben hier ihre Existenz“, betonte einer der Gegner. Viele würden Zimmer vermieten, auch eine Bushaltestelle gebe es in der Nähe. „Wir leben vom Tourismus“, betonte er und fürchtete, dass die Lebensgrundlage durch vermehrte Lkw-Fahrten und Emissionen gefährdet werde. Unterstützung erhielt man vom Tourismusverband.

Auch der Wirt der Niederelbehütte wehrte sich. Er betreibt in unmittelbarer Nähe die Talstation seiner Materialseilbahn und sah nicht nur die Maschinen durch den Staub gefährdet, sondern machte sich auch Sorgen um die Hygiene bei der Lebensmittelanlieferung.

Am Mittwochnachmittag kam dann die für die Gegner positive Nachricht. Die Gemeinde hatte die Verpachtung eines Teils der Fläche zurückgezogen. Laut den Gegnern hatte der Bürgermeister Helmut Ladner erklärt, dass er sich für die Bürger einsetzen werde. Für die Tiroler Tageszeitung war der Dorfchef gestern nicht erreichbar.

Laut dem betroffenen Erdbauunternehmen, das um die Deponie angesucht hatte, liegen die Pläne derzeit auf Eis. Wie es weitergehe, wisse er noch nicht. Die Fläche, die von der Gemeinde angemietet worden wäre, benötige man aber nicht unbedingt.


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