Kleine Schau mit großer Wirkung im Kunsthistorischen Museum in Wien

Im Kunsthistorischen Museum nähert man sich auf entspannte Art dem Jahresjubilar Ludwig van Beethoven.

Das KHM steht im Zeichen Beethovens.
© KHM

Wien – 2020 war kulturell als Beethoven-Jahr fix eingebucht. Es kam anders, eine Pandemie mit Anfangsbuchstabe C verdrängte den 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens im Frühjahr radikal von der Tagesordnung. Aufführungen und Ausstellungen entfielen. Manches kann nun nachgeholt werden, wie die von Andreas Kugler kuratierte und noch bis 24. Jänner laufende Schau „Beethoven bewegt“ im Wiener Kunsthistorischen Museum (KHM).

Die Ausstellung im altehrwürdigen Kulturtempel am Ring ist, nicht nur im Verhältnis zu den Museumsdimensionen, klein, ergo überschaubar. Das macht ihren Reiz aus und ermöglicht es, sich auf die Schau-Stücke, Leihgaben aus anderen Häusern vom Belvedere bis zum Prado, ausführlich einzulassen. Akustische Beiträge sind natürlich Pflicht. In einem der vier Ausstellungsräume erklingen Aufnahmen von zwei Beethoven-Sinfonien (Nr. 3 und Nr. 7), während man kostbare Originale betrachtet wie das Partiturmanuskript besagter 3. Sinfonie (genannt „Eroica“). Dieses Werk widmete Beethoven zunächst Napoleon Bonaparte. Nach dessen Selbstkrönung zum Kaiser entfernte der Komponist die Widmung wütend wieder und riss dabei ein Loch ins Blatt. Gemälde von Zeitgenossen Beethovens wie Caspar David Friedrich und William Turner umrahmen visuell die Musik aus dem Lautsprecher.

Im letzten – bis auf ein paar Sofas völligen leeren – Raum des Rundgangs wird Beethoven in die Moderne transferiert. Dem Ausstellungsmotto gemäß bewegt er hier wortwörtlich, nämlich Performancekünstlerinnen, die Fragmente aus Beethovens Opus mit Singstimme und Tanz auf feinfühlige Weise ganzkörperlich zum Schwingen bringen. (mark)


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