Quer durch Europa Rekordwerte an Corona-Neuinfektionen

In vielen Ländern Europas sind am Donnerstag neue Rekordwerte an Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages verzeichnet worden. In Deutschland gab es erstmals mehr als 10.000 Neuinfektionen, und zwar genau 11.287. In den Niederlanden wurden erstmals mehr als 9.000 neue Fälle registriert. Rekordwerte wurden u.a. auch aus Polen, Slowenien und Kroatien gemeldet. Slowenien reagiert nun mit einem Lockdown auf die Entwicklung. Frankreich dehnt die nächtliche Ausgangssperre aus.

In Deutschland haben sich nach RKI-Angaben nun mindestens 392.049 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9.905. Das waren 30 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es inzwischen etwa 306.100 Genesene. Die Niederlande wiederum gehören zu den am stärksten von der zweiten Welle der Pandemie getroffenen Ländern Europas. Auch die Zahl der Patienten in Krankenhäusern und auf den Intensivstationen steigt in den Niederlanden schnell.

Auch Polen verzeichnet eine Rekordzahl bei den Corona-Neuinfektionen. Innerhalb von 24 Stunden wurden 12.107 neue Fälle gemeldet, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. In diesem Zeitraum kamen 168 Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung hinzu. Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 4.000 Menschen. Es wird erwartet, dass das ganze Land demnächst zur Roten Zone erklärt wird, wie die Nachrichtenagentur PAP unter Berufung auf Regierungssprecher Piotr Mueller berichtete.

Kroatien registrierte binnen 24 Stunden 1.563 Neuinfektionen, dort lag die Positivitätsrate bei 22,7 Prozent. In Slowenien wurden insgesamt 1.663 neue Fälle verzeichnet, die Positivitätsrate der Testungen stieg auf 26,8 Prozent, wie die Behörden am Donnerstag mitteilten. Das Land, das sich bereits im Teil-Lockdown befindet, führt nun weitere Einschränkungen ein, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Ab Samstag bleiben nicht wesentliche Geschäfte, Hotels, Kindergärten und Studentenheime mit einigen Ausnahmen geschlossen, kündigte der slowenische Premier Janez Jansa am Donnerstagabend an. Die zusätzlichen Einschränkungen sollen zunächst eine Woche gelten.

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Die kommende Woche, wenn auch Herbstferien für Schulkinder anstehen, wird laut Jansa entscheidend im Kampf gegen das Coronavirus sein. „Diese Woche wird äußerst wichtig sein, um die Ausbreitung der Epidemie einzudämmen“, sagte der slowenische Premier bei einer Pressekonferenz. Nach einer Woche wird die Regierung entscheiden, ob die Einschränkungen verlängert oder wieder abgemildert werden.

Frankreich dehnt unterdessen die nächtliche Ausgangssperre auf zahlreiche weitere Departements aus. Insgesamt seien nun 54 Departements betroffen, in denen 46 Millionen Bürgerinnen und Bürger leben, sagte Frankreichs Premier Jean Castex am Donnerstag. Auch ein französischen Überseegebiet sei betroffen. „Die Situation ist ernst, sie ist ernst in Europa, sie ist ernst in Frankreich“, warnte Castex. Der Monat November werde hart. Bisher gilt eine nächtliche Ausgangssperre im Großraum Paris und acht weiteren Metropolen. Ohne triftigen Grund dürfen sich Menschen dort seit dem Wochenende zwischen 21.00 Uhr und 6.00 Uhr nicht auf der Straße aufhalten.

In Frankreich haben sich binnen 24 Stunden weit mehr als 40.000 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert, so viel wie noch nie zuvor. Seit Mittwoch wurden den Angaben zufolge zudem 165 neue Todesfälle in Krankenhäusern registriert. Mit mindestens 34.210 Corona-Todesfällen ist Frankreich nach absoluten Zahlen eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder Europas. Fast eine Million Menschen (999.043) haben sich bisher mit dem neuartigen Erreger infiziert.


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