Gewessler für mindestens minus 55 Prozent CO2 bis 2030

Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) hat am Freitag ihre Unterstützung für eine Reduktion der Treibhausgase um mindestens 55 Prozent bis 2030 bekräftigt. Diese Senkung gemessen an den Werten von 1990 hatte die EU-Kommission als Zwischenziel auf dem Weg der EU zur Klimaneutralität bis 2050 vorgeschlagen. Den Zustand der Artenvielfalt bezeichnete Gewessler im Vorfeld des EU-Umweltrates in Luxemburg als „dramatisch“.

Neben den EU-Klimazielen beschäftigt die zuständigen Minister am Freitag auch die EU-Biodiversitätsstrategie. „Auch hier müssen wir uns gegen eine globale Krise stemmen“, mahnte Gewessler. Die Biodiversität sei „unsere Lebensversicherung auf unserem Planeten“, unterstrich sie und zeigte sich zuversichtlich, dass die Minister „einen entscheidenden Schritt“ in Richtung guter Ratsschlussfolgerungen machen werden. „Sonst wird der Krisenzustand zum Dauerzustand und das will niemand von uns“, so die Ministerin.

Die Coronakrise zeige, was Krise bedeute und welche Auswirkungen sie auf das tägliche Leben habe. Aber auch die Klimakrise habe in der Zwischenzeit „keine Pause“ gemacht. Deren Auswirkungen seien immer deutlicher zu spüren: „Überschwemmungen, Murenabgänge, extreme Trockenheit“, zählte Gewessler die Folgen auf. „Auf der ganzen Welt brennen die Wälder.“ Gegen die Klimakrise gebe es „keine Impfung“, so die Ministerin. Das einzige, was helfe, sei „rasches und konsequentes Handeln“, sagte Gewessler und dankte der deutschen Ratspräsidentschaft, die es trotz der „außergewöhnlichen Umstände“ den Umweltministern ermögliche, zusammenzukommen.

Bei der Diskussion über die Klimaziele streben die Umweltminister am Freitag eine „partielle“ allgemeine Ausrichtung an. „Partiell“ deshalb, weil noch auf einen Beschluss des Europäischen Rats über das aktualisierte Klimaziel für 2030 gewartet wird, wie es im Vorfeld in Ratskreisen hieß.

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Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten die Entscheidung bei ihrem Gipfeltreffen in Brüssel vergangene Woche auf Dezember vertagt. Hintergrund sind Bedenken aus stark kohleabhängigen Ländern in Osteuropa. Am Freitag will die polnische Delegation auch ihre Vorschläge für Verbesserungen am Emissionshandelssystem der EU vorlegen, das Teil der Strategie zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2050 ist.


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