Eurofighter vor Abflug in eine ungewisse Zukunft

Beim österreichischen Bundesheer stellen sich manche die Frage, wie lange überhaupt noch geflogen werden kann: Die Saab 105 werden Ende Dezember abgestellt.

Die 15 Eurofighter sind das Herzstück der Luftraumüberwachung. Ein ersatzloser Ausstieg oder Verkauf ist nicht denkbar.
© APA

Von Wolfgang Sablatnig

Wien – Am Montag werden drei Eurofighter und vier Saab-105-Jets des Bundesheeres über die Wiener Innenstadt donnern. Sehr viel mehr bleibt nicht übrig von der großen Leistungsschau des Bundesheeres, die sonst am Nationalfeiertag Zehntausende Menschen anlockt. Beim Heer stellen sich manche aber die Frage, wie lange überhaupt noch geflogen werden kann: Die Saab 105 werden Ende Dezember abgestellt. Und für die Eurofighter hat Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) mit ihrem indonesischen Ressortkollegen Prabowo Subianto einen möglichen Abnehmer an der Hand. Sein Interesse an den österreichischen Jets ist offenbar größer und dringlicher als gedacht.

Subianto hat in den vergangenen Tagen eine Reihe von Hauptstädten besucht. In Wien traf er Tanner. Danach hieß es in einem dürren Statement, dass „Gespräche auf Fach­ebene“ folgen sollen. Die zwei Ressortchefs denken offenbar aber bereits an eine Win-win-Situation: Subianto braucht Jets. Und Tanner will die Eurofighter loswerden, ohne darauf warten zu müssen, ob die Justiz ihren Betrugsvorwürfen gegen die Lieferanten Recht gibt.

Offen ist, ob der grüne Koalitionspartner zustimmen würde. Wehrsprecher David Stögmüller sieht die Vorwürfe gegen Subianto wegen Menschenrechtsverletzungen als mögliches Hindernis.

Sollte Tanner ihr Eurofighter-Problem mit einem Verkauf an Indonesien lösen, bliebe zudem in Österreich das Problem der Luftraumüberwachung. Nach Informationen der TT hat Tanner daher in der Schweiz vorfühlen lassen, ob die Nachbarn aushelfen könnten. Dies aber nicht mit den F 5-Jets, die in Österreich schon einmal als Übergangslösung flogen, sondern mit den stärkeren F 18.

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Eine langfristige Lösung wären aber auch die F18 nicht. Tanner würde über die Zukunft der Luftraumüberwachung daher gerne im Parlament diskutieren, mit allen Parteien in einer so genannten „Enquete-Kommission“. Anfang Juli hat sie Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) dieses Anliegen übermittelt. Geschehen ist seither nichts. Und zumindest die SPÖ denkt auch nicht daran. Wehrsprecher Robert Laimer: „Wir fordern eine Debatte über die Sicherheitsstrategie. Für Fragen der Beschaffung ist aber die Ministerin schon selbst verantwortlich.“


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