Projekt in Niederösterreich bietet Jobgarantie für Langzeitarbeitslose

Ein von den Universitäten Oxford und Wien begleitetes AMS-Projekt in Gramatneusiedl (NÖ) garantiert allen Langzeitarbeitslosen einen Job.

Vom dem Jobgarantie-Projekt erhofft sich das AMS Aufschlüsse über die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit.
© APA/HERBERT NEUBAUER

Gramatneusiedl – Das AMS Niederösterreich startet eine Initiative mit Arbeitsplatzgarantie. Mit dem auf drei Jahre angelegten „Modellprojekt Arbeitsplatzgarantie Marien­thal“ (MAGMA) sollen Langzeitarbeitslose aus der Gemeinde Gramatneusiedl wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden. In der Gemeinde im Bezirk Bruck an der Leith­a wird allen Langzeitarbeitslosen ein Job garantiert. Das „weltweit erste evidenzbasierte Modell“ soll von den Universitäten Oxford und Wien begleitet werden.

Das Programm mache „ausnahmslos jedem Langzeitarbeitslosen ein Wiedereinstiegsangebot, die zusätzlichen Arbeitsplätze würden nicht nur im gemeinnützigen Bereich, sondern auch in marktwirtschaftlichen Unternehmen geschaffen und finanziert, erklärte AMS-NÖ-Landesgeschäftsführer Sven Hergovich. Außerdem wurde eine Vielzahl an Unterstützungsangeboten für die etwa 150 Teilnehmer angekündigt.

„Bis zu hundertprozentiger Lohnkostenförderung“

Dazu gehörten laut AMS die Erhebung persönlicher Potenziale und Kompetenzen, die in einen „maßgeschneiderten persönlichen Perspektivenplan“ münden sollen. Unternehmen, die bereit seien, neue Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose zu schaffen, sollen zudem mit „bis zu hundertprozentiger Lohnkostenförderung“ unterstützt werden. Sollte sich trotzdem kein Job finden, würden „zusätzliche Dienstverhältnisse im gemeinnützigen Bereich geschaffen und finanziert“. Die Gesamtkosten des MAGMA belaufe sich inklusive Begleitforschung für den gesamten Projektzeitraum auf etwa 7,4 Millionen Euro, die vom AMS NÖ getragen werden sollen.

Die Universitäten Oxford und Wien sollen soziologische Begleitstudien zu den ökonomischen, sozialen und gesundheitlichen Auswirkungen auf Langzeitarbeitslose sowie mögliche Übertragungseffekte auf den Arbeitsmarkt durchführen. Damit wird laut AMS an die 1933 durchgeführte Studie „Die Arbeitslosen von Marienthal“ angeknüpft. „Hundert Jahre nach der Marienthal-Studie werden wir Antworten auf die Frage suchen, wie Beschäftigung auf die Menschen und die Gemeinschaft wirkt und ob Langzeitarbeitslosigkeit evidenzbasiert bekämpft werden kann“, erklärte Hergovich. Der Endbericht soll 2024 vorliegen. (APA)

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