Proteste in Neapel gegen nächtliche Ausgangssperre

Hunderte Personen haben am Freitagabend im Zentrum Neapels gegen die wegen des Coronavirus eingeführte nächtliche Ausgangssperre in der süditalienischen Region Kampanien protestiert. Die Demonstranten bewarfen den Sitz der Region mit Knallkörpern und griffen die Polizei mit Rauchbomben und Tränengas an, wie italienische Medien berichteten. Die Sicherheitskräfte reagierten demnach mit Tränengas. Derzeit gelten Ausgangssperren für insgesamt fünf Regionen in Italien.

Die Demonstranten hätten Slogans gegen den kampanischen Präsident Vincenzo De Luca, der die Regierung in Rom angesichts steigender Coronavirus-Infektionszahlen zu einem gesamtstaatlichen Lockdown aufgerufen hat, skandiert, hieß es weiter. Das nächtliche Ausgangsverbot gilt von 23 bis 5 Uhr.

Zur Protestaktion hatten einige Gruppen auf Sozialnetzwerken aufgerufen. Menschenansammlungen sind wegen den restriktiven Maßnahmen in der Region verboten.

Inzwischen wurde am Freitag auch eine nächtliche Ausgangssperre im norditalienischen Piemont eingeführt. Diese Maßnahmen gilt nun nicht nur in Kampanien und Piemont, sondern auch in der Lombardei, im Latium und in Kalabrien.

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Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Italien ist unterdessen wieder sprunghaft angestiegen. 19.143 Neuinfektionen wurden am Freitag registriert, am Donnerstag waren es noch 16.079 Fälle. Außerdem vermeldeten die Behörden 91 Todesopfer, am Vortag waren es 136. Die Zahl der Toten in Italien, die mit oder an Covid-19 seit Beginn der Epidemie im Februar gestorben sind, überschritt somit die 37.000-Schwelle auf 37.058. Innerhalb eines Tages wurden 182.000 Tests durchgeführt.


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