55 Festnahmen nach Anschlag auf Koranschule in Pakistan

Einen Tag nach dem Bombenanschlag in Pakistan mit acht Toten und Dutzenden Verletzten hat die Polizei mindestens 55 Verdächtige festgenommen. Die Beweisaufnahme am Anschlagsort der Koranschule in der nordwestlichen Stadt Peshawar sei abgeschlossen, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag auf die Koranschule.

Etwa 90 der insgesamt rund 120 Verletzten wurden inzwischen wieder aus den Krankenhäusern entlassen, wie ein Kliniksprecher sagte. Sechs Männer sollen mit schweren Verbrennungen immer noch in einem kritischen Zustand sein.

Ziel des Anschlags war Sicherheitskreisen zufolge der Leiter der Koranschule, Scheich Rahimuddin Hakkani. Seit zehn Jahren habe der 42-Jährige das religiöse Seminar geführt. Er überlebte den Anschlag leicht verletzt. Hakkani stamme aus der afghanischen Stadt Jalalabad und stehe im Verdacht, Beziehungen zu den afghanischen Taliban zu haben, hieß es aus Peshawar. Zweimal bereits sei er Ziel von Attentaten gewesen, damals wurde die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) verdächtigt.

Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag auf die Koranschule. Bilder einer Überwachungskamera hatten einen Mann gezeigt, der zuvor eine Tasche in der Koranschule platziert haben soll.

Terroranschläge haben in Pakistan seit einigen Jahren deutlich abgenommen. Die meisten Vorfälle ereignen sich heute in den ehemaligen Stammesgebieten an der Grenze zum Nachbarland Afghanistan. Schätzungen zufolge leben etwa drei Millionen Afghanen in Pakistan, die meisten flüchteten vor Krieg und Konflikt aus ihrer Heimat.


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