Passionserleben aus Nord und Süd

Hopkinson Smith und Tanja Vogrin versanken mit kristalliner Zartheit in frühe englische und italienische Musik.
© Malyshev

Hall – „Stille jenseits der Musik ist der ewige Freund und Begleiter von allem, was von alten Zupfinstrumenten ausgeht“: Musik und Stille, das ist Hopkinson Smith, auch wenn er, wie in seinem Bach-Spiel, das innere Feuer, das Tänzerische, leidenschaftliche Intensität, Kraft und formale Strenge hören lässt.

Der bedeutende Lautenist und tiefgründige Denker beschert seit Jahrzehnten wunderbare Konzerte bei der Galerie St. Barbara. Vorgestern Mittwoch kam er wieder, mit der Sopranistin (und Harfenistin) Tanja Vogrin, um im Salzlager ein für das Osterfestival geplantes Passionsprogramm mit Werken des 16. und 17. Jahrhunderts nachzuholen.

Die schmucklose Konzentration John Dowlands und William Byrds sowie Lamentationen von Pedro Ruimonte standen der im Marienleid gezügelten italienischen Emotionswelt von Claudio Monteverdi, Girolamo Frescobaldi und Tarquinio Merula gegenüber.

Ausgewogene Innigkeit und Empathie in unterschiedlichen Stilen. Tanja Vogrin, gestützt und geführt von der Laute, nimmt ihre Stimme angemessen zurück, erlaubt ihr im Englischen kaum Konsonanten, bleibt im leisesten Bereich, auch wenn Dowland „furchtlos alle meine Töne erhebt“, zeigt im Italienischen aber von großer Ferne den Weg ins Theatralische.

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Der Laute waren leider nur je zwei Solostücke vorbehalten. (u.st.)


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