Messerattacke in Wien: Verdächtiger aus U-Haft entlassen

Eine Messerattacke in der Schöpfleuthnergasse in Wien-Floridsdorf vom 22. Oktober dürfte geklärt sein. Laut Polizeisprecherin Barbara Gass wurde ein ursprünglich Tatverdächtiger aus der Untersuchungshaft entlassen, da das Opfer und ein weiterer Zeuge ihre Aussagen widerriefen und andere Indizien den 42-Jährigen entlasteten. Statt ihm sitzt nun ein 51-Jähriger in Untersuchungshaft, der am Tag der Tat einen Termin in der Einrichtung hatte, in der das Opfer Dienst hatte.

Die Tat hatte sich am Nachmittag des 22. Oktobers abgespielt. Der mit Mund-Nasen-Schutz ausgestattete Mann hatte aus zunächst nicht ersichtlichem Grund den 53-Jährigen beim Eingangsbereich der betreuten Einrichtung attackiert und mit einem Messer am Hals schwer verletzt. Wenige Tage später wurde der zunächst Verdächtige 42-Jährige festgenommen, weil der Verletzte und ein Zeuge meinten, ihn anhand der Augen erkannt zu haben. Der Mann wurde in Untersuchungshaft genommen, weitere Indizien entlasteten ihn aber bald, und die beiden Zeugen widerriefen ihre Aussagen.

Die Ermittler durchforsteten die Termine in der Einrichtung und befragten jene Männer, die am fraglichen Tag dort waren. Der nunmehr 51-jährige Verdächtige wurde ebenfalls nach seinem Alibi zum Tatzeitpunkt befragt. Er meinte zu den Beamten: „Warum wollt ihr das wissen? Ich war es.“ Er gab den Ermittlern auch sofort das Tatmesser.

Unklar blieb das Motiv: Es war nicht zu eruieren, ob der 51-Jährige persönlich etwas gegen das Opfer hatte oder nur im allgemeinen gegen die Einrichtung und der Mitarbeiter am 22. Oktober einfach das Pech hatte, im Eingangsbereich zu arbeiten. Der Verdächtige dürfte psychische Probleme haben.


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