Teure Parkflächen und neue Wege in den Job: Projekt zum Werksverkehr in Lienz

Mitarbeiterparkplätze sind praktisch für die Angestellten, aber unproduktiv und meist teuer für das Unternehmen.
© Oblasser

Lienz – Wie Mitarbeiter von großen Unternehmen zu ihrem Arbeitsplatz gelangen, ist nicht überall gleich. In vielen Regionen Tirols ist das eigene Auto das bevorzugte Mittel. Im Bezirk Lienz läuft deshalb seit gut einem Jahr ein Projekt zum Thema Werksverkehr. Im Auftrag von Wirtschaftskammer und der Innos GmbH wurden Bedienstete von zehn großen Firmen zu ihren Gewohnheiten befragt, über 1000 Fragebögen konnten ausgewertet werden. Absicht ist es, die Fahrt zum Job umweltfreundlicher und sparsamer zu machen.

Dabei ist Klimaschutz ein wichtiges Ziel, aber nicht das einzige. Große Unternehmen haben handfeste finanzielle Gründe, an der Fixierung auf Privat-Pkw etwas zu ändern. Schließlich müssen sie für die ankommenden Angestellten entsprechend viele Parkplätze zur Verfügung stellen, und das kostet. Die Flächen müssen nicht nur gekauft bzw. gepachtet und asphaltiert, sondern auch in Stand gehalten werden. Einen Ertrag liefern die unproduktiven Flächen im Gegenzug nicht.

Beim Waffelhersteller Loacker in Heinfels beispielsweise brachte es Chef Frank Jürgen Hess bereits im früheren Verlauf des Projekts auf den Punkt: Loacker habe für die etwa 380 Angestellten rund 200 Parkplätze auf Firmengelände reserviert. Bei einem Ausbau des Standorts auf 600 Mitarbeiter müsste Geld nicht nur in das Unternehmen selbst, sondern auch in neue Stellplätze investiert werden. Geld, das Loacker lieber produktiver verwenden würde. Auch für Hannes Ganner, Prokurist von Theurl Holz in Assling, sind die Mitarbeiterparkplätze ein „zentraler Kostenfaktor“. „Natürlich sind wir angehalten, Parkplätze bereitzustellen, wenn wir den Betrieb erweitern“, so Ganner. Das war zuletzt beim neuen Theurl-Standort in Steinfeld (Kärnten) der Fall.

Die Befragung zum Thema Werksverkehr in Osttirol hat ergeben, dass es viel Luft nach oben gibt. 85 Prozent der Befragten nutzen täglich das Auto für die Fahrt zum Arbeitsplatz. Laut Studie ist das vielfach ein Gewohnheitsverhalten, da ein guter Teil der Angestellten nicht sehr weit vom Betrieb entfernt wohnt. An diesem Punkt will das Projekt ansetzen. (co)


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