US-Corona-Politik laut Zeitschrift „The Lancet“ katastrophal

Die weltweit angesehene medizinische Fachzeitschrift „The Lancet“ hat die Corona-Politik von US-Präsident Donald Trump als „katastrophal“ bezeichnet. Die Präsidentenwahl am 3. November sei „der richtige Moment, um Veränderungen zum Besseren einzuleiten“, hieß es am Freitag in einem Leitartikel. Darin wurde allerdings auch nicht ausdrücklich Trumps demokratischer Herausforderer Joe Biden unterstützt. Am Freitag verzeichneten dies USA einen neuen Rekordwert an Neuinfektionen.

Die USA hätten nicht angemessen auf die „größte Gesundheitskrise seit einem Jahrhundert“ reagiert, schrieb „The Lancet“. Unter anderem kritisierte der Leitartikel „das ausgefranste soziale Sicherheitsnetz“ in den USA, die politische Einmischung in das öffentliche Gesundheitswesen sowie das erodierte Vertrauen in den öffentlichen Sektor. Diese und andere Faktoren hätten eine „katastrophale Reaktion der USA auf die Corona-Pandemie“ zur Folge gehabt.

Trump erhob unterdessen im Endspurt des Wahlkampfes Vorwürfe gegen Mediziner. „Unsere Ärzte bekommen mehr Geld, wenn jemand an Covid stirbt“, sagte der Republikaner am Freitag(Ortszeit) bei einer Veranstaltung im Staat Michigan und unterstellte ihnen damit indirekt, ein Interesse an der Ausweisung von Corona-Todesfällen zu haben. Experten wiesen allerdings darauf hin, dass diese Behauptung nicht zutreffe.

Trump hat die Gesundheitskrise monatelang heruntergespielt und seinen Anhängern in den vergangenen Wochen immer wieder gesagt, dass das Land „die Wende“ in der Coronakrise vollziehe. In Minnesota sagt sein Herausforderer Joe Biden, Trump habe im Kampf gegen das Virus „aufgegeben“. Der Amtsinhaber solle nicht das medizinische Personal angreifen, das die Opfer der Pandemie behandle. „Im Gegensatz zu Donald Trump werden wir vor diesem Virus nicht kapitulieren“, sagte der Demokrat. Er warnte angesichts steigender Neuinfektionen vor einem „dunklen Winter“.

Die Vereinigten Staaten sind das am härtesten von dem neuartigen Coronavirus betroffene Land der Erde. Trumps Umgang mit der Pandemie ist eines der Hauptthemen des Wahlkampfes. Ihm wird vorgeworfen, wissenschaftliche Institutionen und wissenschaftliches Wissen ignoriert sowie Falschinformationen verbreitet zu haben.

Wenige Tage vor der Wahl ist im Land am zweiten Tag in Folge ein Rekordwert bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore am Freitag (Ortszeit) mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 94.125 neue Ansteckungsfälle erfasst. Zudem wurden 919 weitere Todesfälle registriert. Mit der jüngsten Zählung wurde der Rekord vom Vortag mit mehr als 91.000 gemeldeten Coronavirus-Neuinfektionen gebrochen. Insgesamt haben sich seit Übergreifen der Pandemie auf die USA dort 9.034.295 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der Todesfälle stieg insgesamt auf 229.544. Zuletzt breitete sich das neuartige Virus vor allem im Norden und Mittleren Westen der USA stark aus.


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