Auch Großbritannien erwägt landesweiten Lockdown

Nach anderen Staaten in Europa erwägt nun auch Großbritannien einem Zeitungsbericht zufolge landesweite Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie. Premierminister Boris Johnson ziehe einen nationalen Lockdown ab kommenden Mittwoch in Betracht, wie „The Times“ berichtet. Dieser solle bis mindestens 1. Dezember in Kraft bleiben. Alle nicht essenziellen Geschäfte könnten geschlossen werden, während Bildungseinrichtungen geöffnet bleiben sollen.

Über die neuen Maßnahmen werde noch beraten. Eine endgültige Entscheidung sei nicht getroffen, schreibt das Blatt unter Berufung auf eine hochrangige Regierungsquelle. Das Vereinigte Königreich meldete am Freitag 24.405 neue Fälle von Covid-19 und weitere 274 Todesfälle. Es gehört damit zu den am stärksten betroffenen Ländern Europas.

In Deutschland erreichte die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen mit 19.059 Fällen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert. Dies geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts vom Samstag hervor. Der bisherige Rekordwert vom Vortag lag bei 18.681 Fällen. Am Samstag vor einer Woche hatten die Gesundheitsämter dem RKI 14.714 Neuinfektionen gemeldet.

In Belgien wurden erstmals mehr als 20.000 neue Infektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines einzigen Tages registriert. Nach Angaben der nationalen Gesundheitsbehörde Sciensano vom Samstag wurden am vergangenen Dienstag insgesamt 21.448 Corona-Fälle gezählt. Für die folgenden Tage liegen noch keine konsolidierten Zahlen vor.

Innerhalb der EU gehört Belgien mit seinen gut elf Millionen Einwohnern derzeit zu den Ländern mit den meisten registrierten Infektionen im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße. Aufgrund der dramatischen Lage sollen von kommender Woche an verschärfte Einschränkungen gelten. So müssen die meisten Geschäfte wieder schließen. Die Leute dürfen noch weniger Kontakte haben als bisher. Zuhause darf man nur noch einen einzigen Besucher pro Woche empfangen; bei Alleinstehenden sind es zwei. Nächtliche Ausgangssperren gelten ohnehin seit längeren. Auch Gasthäuser, Restaurants und Cafes sind bereits geschlossen.

Dänemark führt ein Warnsystem mit fünf Risikostufen zur Coronavirus-Lage im Land ein. Mit dem System sollen die Dänen besser vorhersehen können, welche Corona-Maßnahmen je nach Situation auf sie zukommen können, wie das dänische Gesundheitsministerium mitteilte. Einmal pro Woche soll demnach - ähnlich wie in Österreich - von einer Expertengruppe bewertet werden, wie groß das Corona-Risiko im Land und in den fünf dänischen Regionen ist.


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