Trauer um James-Bond-Legende Sean Connery

Der Tod der James-Bond-Legende Sean Connery hat weltweit große Trauer ausgelöst. „Ich werde ihn vermissen. Schottland wird ihn vermissen. Die Welt wird ihn vermissen“, sagte die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon am Samstag, nachdem der Sender BBC unter Berufung auf Connerys Familie den Tod des gebürtigen Schotten vermeldet hatte. Connery sei im Alter von 90 Jahren in der Nacht auf den Bahamas im Kreis von Familienangehörigen gestorben.

Er habe sich seit einer Weile nicht mehr gut gefühlt, erklärte sein Sohn Jason Connery. „Ein trauriger Tag für alle, die meinen Vater kannten und liebten, und Menschen in aller Welt, die seine wunderbare Gabe als Schauspieler genossen haben.“

Der im Jahr 1930 in Edinburgh geborene Connery war der erste James-Bond-Darsteller - und für viele Fans auch der beste. Der Schotte spielte den britischen Geheimagenten zwischen 1962 und 1983 sieben Mal. Die Bond-Produzenten Michael Wilson und Barbara Broccoli sagten, Connery sei „ohne Zweifel zu einem großen Teil für den Erfolg der Film-Serie verantwortlich“ - und sie seien ihm für immer dankbar. Connery werde auf ewig „der originale James Bond“ bleiben.

Spätestens der dritte Film „Goldfinger“ (1964) löste eine globale Bond-Manie aus, nach seinem fünften Agenteneinsatz „Man lebt nur zweimal“ (1967) hatte er genug. 1971 ließ sich Connery überraschend nochmals zu einem Comeback in „Diamantenfieber“ überreden.

„Nie wieder Bond“, soll er danach gesagt haben - und spielte ihn doch wieder. „Sag niemals nie“ lautete der augenzwinkernde Titel. Das Remake des 1965er Bond-Streifens „Feuerball“ zählt nicht zur offiziellen Bond-Reihe und lief 1983 in Konkurrenz zu „Octopussy“ mit Roger Moore.

Der Filmstar legte jedoch großen Wert darauf, nicht auf diese Rolle festgelegt zu werden, und entwickelte sich nach und nach immer mehr zum Charakterdarsteller. Oft war er der ältere Lehrmeister oder weise Mentor, etwa in dem Fantasy-Film „Highlander“ oder an der Seite von Harrison Ford als Vater von Indiana Jones. Dem europäischen Publikum blieb er vor allem auch als William von Baskerville in der Verfilmung des Umberto-Eco-Romans „Der Name der Rose“ in Erinnerung.

Seinen einzigen Oscar bekam Connery 1988 für eine Nebenrolle als erfahrener Polizist in dem Gangsterfilm „Die Unbestechlichen“, diesmal an der Seite von Kevin Costner. Im Jahr 2000 wurde Connery von Königin Elizabeth II. in den Adelsstand erhoben und durfte sich seither Sir Sean nennen.

Im Netz überschlugen sich am Samstag die Beileidsbekundungen. Der australische Schauspieler Hugh Jackman schrieb etwa auf Twitter: „Ich bin damit aufgewachsen, Sean Connery zu verehren.“

Seit 1975 war Connery mit der französischen Malerin Micheline Roquebrune verheiratet. Seiner ersten Ehe mit der australischen Schauspielerin Diane Cilento (1933-2011) entstammt sein Sohn Jason. Obwohl Connery meist in Spanien oder auf den Bahamas lebte, blieb er seiner schottischen Heimat eng verbunden und trat vehement für die Unabhängigkeit Schottlands ein.

Im Jahr 2000 schlug ihn Königin Elizabeth II. in seiner Heimatstadt Edinburgh zum Ritter. Seinen letzten Filmauftritt hatte der Schauspieler 2003 in dem Film „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“. Danach zog er sich aus der Öffentlichkeit zurück.


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