Zweiter Lockdown bis Ende November in Österreich

Die Zuspitzung der Coronakrise bringt Österreich einen zweiten Lockdown. Veranstaltungen werden ab Dienstag mit Ausnahme des Profisports verboten. Auch Theater, Museen und Freizeiteinrichtungen wie Schwimmbäder oder Fitnessstudios müssen schließen. Die Gastronomie darf nur noch Abhol- und Lieferdienste anbieten, Hotels ist die Aufnahme von Touristen untersagt. Allerdings werden 80 Prozent der Umsatzeinbußen im Vergleich zum vergangenen November staatlich abgedeckt.

Weiters kommt eine nächtliche Ausgangsbeschränkung, quasi ein „Besuchsverbot“. Zwischen 20 und 6 Uhr soll man den eigenen Wohnbereich nur noch in Ausnahmefällen wie dem Weg zur Arbeit, dem Ausführen des Hundes oder zur sportlichen Betätigung verlassen. Die entsprechenden Verschärfungen verkündete Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in einer Pressekonferenz am Samstag.

Die Schulen und Kindergärten bleiben im Gegensatz zum ersten Lockdown im März offen. Kurz begründete dies mit dem entsprechenden Wunsch unter anderem von Eltern und Ländern. Allerdings geht die Oberstufe ins Distance Learning. Gleiches gilt für die Hochschulen.

Der Handel kann diesmal uneingeschränkt offen halten. Auch persönliche Dienstleistungen - etwa Friseure oder Kosmetikstudios - bleiben erlaubt. Allerdings ist jeweils nur ein Kunde auf zehn Quadratmetern gestattet.

Dass es überhaupt zum zweiten Lockdown kommt, begründete Kurz mit dem „fast explosionsartigen Wachstum“ bei den Infektionszahlen: „Wenn wir jetzt nicht handeln, wird es zu einer Überlastung der Intensivkapazitäten auch in Österreich kommen.“

Daher wird auch im privaten Bereich angesetzt. Neben der nächtlichen Ausgangsbeschränkung sind nur noch private Treffen zwischen zwei Haushalten zulässig. Schrittweise zurückgenommen werden könnten die Maßnahmen laut Kurz im Lauf des Dezember.

Besuche in Krankenhäusern, Kuranstalten und in Alters- und Pflegeheimen werden zum Schutz der Kranken, Senioren, Pflegebedürftigen und des Personals limitiert. Bis inklusive 17. November sind Besuche nur mehr alle zwei Tage erlaubt, wobei pro Tag maximal ein Besucher zugelassen wird. Insgesamt können in den kommenden zwei Wochen Patienten, Senioren bzw. Pflegebedürftige in Spitälern und Heimen maximal zwei verschiedene Besucher empfangen.

Die entsprechenden Maßnahmen verkündete Sozialminister Rudolf Anschober (Grüne). Sämtliche Besucher müssen entweder ein negatives Testergebnis vorweisen oder adäquaten Atemschutz - eine FFP2-Maske - tragen. Der Mindestabstand ist einzuhalten. Ausgenommen davon ist die Palliativ - und Hospizbegleitung sowie die Seelsorge zu kritischen Lebensereignissen. Für externe, nicht medizinische Dienstleister gilt ein Betretungsverbot in Alten- und Pflegeheimen.

Mitarbeiter in den jeweiligen Einrichtungen müssen - abhängig von der Verfügbarkeit - jede Woche ein negatives PCR- oder Antigen-Testergebnis vorlegen. Alternativ kann durchgehend während der Berufsausübung eine FFP2-Maske getragen werden.

Es handle sich um „dramatische Eingriffe in unser gesellschaftliches Leben“, räumte Kurz ein. Der zweite Lockdown sei der Bundesregierung „nicht leicht gefallen“, er sei aber „notwendig“. Kurz verwies in diesem Zusammenhang auf die drohende Überlastung in den Spitälern, vor allem im intensivmedizinischen Bereich.


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