Letzte Möglichkeiten für Kulturgenuss am Montag

In der Nacht von Montag auf Dienstag ist vorerst Schluss: Heimische Museen, Theater, Opern- und Konzerthäuser sowie Kinos müssen ab Dienstag bis zum 30. November schließen - einzig Bibliotheken dürfen offenhalten. Und so bleibt nur mehr der heutige Sonntag sowie der Montag, um sich außer Haus dem Kulturgenuss hinzugeben. Folgend ein Überblick nach Stand Sonntagmittag.

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Der Situation angemessen dramatisch kann man sich einstweilen in der Wiener Staatsoper vom Kulturgeschehen verabschieden: Am Montag ist nochmals das Verismodoppel „Cavalleria Rusticana“ und „Pagliacci“ in der alten Inszenierung von Jean-Pierre Ponnelle angesetzt - immerhin mit Weltstar Roberto Alagna in der Partie des Canio. Danach müssen Staatsopernfreunde in den virtuellen Raum ausweichen. Das Haus am Ring kündigte an, für den Zeitraum der Schließung das Streamingangebot als Onlinespielplan mit Archivaufnahmen zu gestalten, der sich weitgehend am geplanten Programm orientiert.

Etwas kurzweiliger als die dramatischen Liebestode in der Staatsoper gestaltet sich in der Wiener Volksoper der Abschied, wo Jacques Offenbachs Operettenpreziose „König Karotte“ am Spielplan steht, die vom Haus wiederbelebt worden war. Eher schwerer fällt das vorrübergehende Adieu im Musikverein aus, wenn Neo-Chefdirigent Andres Orozco-Estrada die Wiener Symphoniker durch Mendelssohns „Meeresstille“ und die „Messe in As-Dur“ von Schubert führt, während Hans Theessink ob der dank Reiseerschwernissen erfolgten Absage von Michael Köhlmeier allein mit seiner Gitarre einen Bluesdoppelauftritt im Gläsernen Saal hat.

Gleich zweimal tritt auch im benachbarten Konzerthaus die Salzburger Bläserphilharmonie Mozarteum mit Percussionliebling Martin Grubinger und Kompagnons auf, die ein Programm zwischen Varese, Mozart, Strauss und John Williams anschlagen. Nicht mit großem Pomp, sondern der leichten Feder verabschiedet sich die Oper Graz in die Zwangspause, wenn statt Musiktheater ein Programm aus Klavierquartetten unter dem Titel „Jugendliche Geniestreiche“ ansteht.

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Auch die letzte Chance, ins Theater zu gehen, bietet sich nur mehr am Sonntag und Montagabend. Im Burgtheater steht am Montag noch das von Tina Lanik inszenierte Gerichtssaaldrama „Himmelszelt“ von Lucy Kirkwood auf dem Programm, im Akademietheater zeigt man Maria Lazars „Der Henker“ in der Regie von Mateja Koleznik. Das Theater in der Josefstadt verabschiedet sich am Montag mit Franz Werfels „Jacobowsky und der Oberst“ in den Lockdown, in den Kammerspielen stehen Sona MacDonald und Martin Niedermair im Marlene-Dietrich-Abend „Engel der Dämmerung“ auf der Bühne. In den Bundesländern muss man sich aufgrund des spielfreien Montags mit den Vorstellungen von Sonntagabend verabschieden.

Da zahlreiche Museen am Montag ohnehin geschlossen bleiben, bietet sich für einen Besuch im Leopold Museum („Hundertwasser - Schiele“), im MAK - Museum für angewandte Kunst (etwa „Creative Climate Care“), im Haus der Geschichte, im mumok - Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig („Andy Warhol Exhibits“) oder in den Standorten des Belvedere nur mehr der heutige Sonntag.

Im Kunsthistorischen Museum (KHM) hat man am Montag noch die Möglichkeit, die Jubiläumsausstellung „Beethoven bewegt“ zu besuchen, im Weltmuseum Wien lockt etwa die „Azteken“-Sonderausstellung. In der Albertina gibt es am Montag die letzte Chance, die aktuelle Sonderausstellung „Van Gogh, Cezanne, Matisse“ zu besuchen, die am 15. November ausgelaufen wäre. Ebenso verhält es sich mit der Eröffnungsschau „The Beginning“ in der Albertina Modern, die bis 8. November angesetzt war. Auch das Technische Museum hat am Montag noch geöffnet.


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