„The Comey Rule“: Der Mafiaboss aus dem Oval Office

Die Serie „The Comey Rule“ auf Sky erzählt vom US-Wahlkampf 2016 aus Sicht von Ex-FBI-Chef James Comey.

James Comey (Jeff Daniels, l.) und sein Gegenspieler Donald Trump (Brendo­n Gleeson) in „The Comey Rule“ auf Sky.
© Sky

Innsbruck – Viele gaben ihm damals die Schuld, dass Donald Trump (noch) heute im Weißen Haus sitzt. James Comey – von 2013 bis 2015 FBI-Direktor – war es, der elf Tage vor der Präsidentschaftswahl 2016 die E-Mail-Affäre der damaligen Kandidatin Hillary Clinton neu aufrollte. Und damit Donald Trump den Weg ins Oval Office ebnete, so die weitverbreitete Meinung.

Die Miniserie „The Comey Rule“ wirft nun ein neues Licht auf den Ex-Geheimdienstleiter. Der pünktlich zur heutigen US-Wahl auf Sky gestartete Zweiteiler basiert auf den Aufzeichnungen, die Comey 2018, nur wenige Monate nach seiner Entlassung, in seinen Memoiren „A Higher Loyalty“ veröffentlichte. Daraus spann Regisseur Billy Ray eine auf zwei Jahre verdichtete Erzählung. Verkörpert wird Comey von Jeff Daniels, der nach dem Ulk-Film „Dumm und Dümmer“ zuletzt vermehrt staatstragende Rollen, u. a. in Aaron Sorkins „The Newsroom“, übernahm. In „The Comey Rule“ gibt er den idealistischen Patrioten, für den die Glaubwürdigkeit des FBI oberstes Gebot ist.

Sein Gegenspieler ist Donald Trump (Brendan Gleeson), mehr Mafiaboss denn Präsident. So lernt ihn der Zuseher in der zentralen Dinnerszene, bei der Trump von Comey absolute Loyalität fordert, kennen. Der FBI-Direktor aber ermittelte damals zu russischer Einmischung in den Wahlkampf. Und gewissermaßen auch gege­n Trump selbst. Wenige Tage später wurde Come­y gefeuert, für Trump war er nicht loyal genug. In der Miniserie wird Comey zum Helden – trotz Extra­schuss Pathos sehenswert. (bunt)

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