Wörgl: Ein weiterer Schritt in Richtung Fußgängerzone

Der Gemeinderat in Wörgl beschäftigt sich mit dem Antrag auf Einführung eines umstrittenen autofreien Abschnittes in der Bahnhofstraße.

Der untere Teil der Wörgler Bahnhofstraße soll frei von Autos werden.
© Otter

Von Wolfgang Otter

Wörgl – Am Donnerstagabend soll bei der öffentlichen Gemeinderatssitzung in Wörgl das Projekt Fußgängerzone einen großen Schritt weiter nach vorne machen. Auf der Tagesordnung steht der Punkt „Antrag Verordnung einer Fußgängerzone in der Bahnhofstraße“. Gemeint, so Bürgermeisterin Hedi Wechner, ist der Abschnitt von der Kreuzung mit der Fritz-Atzl-Straße bis zur Kreuzung Angatherweg-Poststraße, also der untere Teil der Bahnhofstraße. Dabei soll der Ausschuss eine Empfehlung für die Umsetzung gegeben haben.

Wie im Vorfeld zu erfahren ist, geht es um einen Grundsatzbeschluss, „damit die Vorarbeiten für die Erlassung der Verordnung“ weitergeführt werden können, wie es aus dem Stadtamt heißt. Im weitere­n Verfahren soll dann die Verkehrsleitung usw. geregelt werden. Wann dann die autofreie Zone verordnet wird, steht laut Auskunft aus dem Stadtamt noch nicht fest. Wie bereits in der Vergangenheit dürfte auch dieser Beschluss nicht unumstritten sein.

Eigentlich war bereits im November 2019 eine Grundsatzentscheidung zu diesem Thema gefallen. Damals wurde mehrheitlich genehmigt, „das Verfahren für die Schaffung einer generell verkehrsfreien Zone einzuleiten und ein Verkehrsgutachten zu erstellen“. Daher dürfte auch eine entsprechende Expertise am Donnerstag (ab 18 Uhr, VZ Komma) ein Thema sein.

Nach Klagen der Kaufmannschaft wegen Umsatzverlusten wieder abgeschafft

Die Fußgängerzone im fast gesamten Verlauf der Bahnhofstraße, die als die Einkaufsstraße Nummer eins in der Stadt gilt, beschäftigt schon jahrzehntelang die Kommunalpolitik. Sie wurde sogar bereits versuchsweise eingeführt, aber 2004 nach Klagen der Kaufmannschaft wegen Umsatzverlusten wieder abgeschafft.

Die kürzere Variante kam vor knapp sieben bis acht Jahren ins Spiel. Damals waren die Auswirkungen auf den städtischen Verkehr untersucht worden. Das Ergebnis: Der Verkehr wird sich in erster Linie auf die Fritz-Atzl-Straße verlagern. Bis zu 86 Prozent mehr könnten es im ungünstigsten Fall werden, in der Peter-Anich-Straße hingegen soll die Zahl der Fahrzeuge im Gesamten sinken. Ein „Probegalopp“ war ein Adventmarkt, für den es im Dezember 2019 eine Straßensperre gab.


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