Das Hoffen auf Ausnahmeregeln im Sport während des Corona-Lockdowns

Die drei Breitensport-Dachverbände tragen die ab heute geltenden Corona-Lockdown-Maßnahmen in Österreich mit, wünschen sich aber Ausnahmen.

Die Damen von VC Tirol und TI-abc-fliesen-volley können ihre Meisterschaft wie gewohnt fortsetzen.
© Jakob Gruber

Innsbruck – In Österreich wird zwar der Spitzensport im zweiten Corona-Lockdown nicht heruntergefahren. Und im Nachwuchsbereich dort nicht, wo Leistungen im bundesweiten oder internationalen Maßstab erbracht werden. Amateur-, Nachwuchs- und Breitensportler können ab Dienstag hingegen nur noch individuell und unter Einhaltung der Abstandsregeln Sport betreiben. Gegen diese Einschränkung wehren sich nun die für den Breitensport zuständigen Dachverbände ASVÖ, ASKÖ und Sportunion, die auf Ausnahmen gehofft hatten.

„Ich weiß nicht, warum man auch in der Spitzenpolitik immer die positive gesundheitliche und soziale Wirkung von Bewegung für alle im Vereinssport begrüßt, aber dann, wenn es darauf ankommt, nicht aktiv darauf zurückgreift“, meinte ASKÖ-Präsident Hermann Krist.

Beim ASVÖ bedauert man die restriktiven Beschlüsse für den Breitensport ebenfalls. Präsident Christian Purrer hofft darauf, dass Sportausübung in Kleingruppen weiterhin möglich bleiben solle, „vor allem im Hinblick auf Kinder und Jugendliche“.

Dort hakt auch die Sport­union ein: „Natürlich sind wir traurig. Auch weil unsere intensive Vorbereitung und die Corona-Präventionskonzepte unserer Vereine nachweislich gut funktioniert haben und wir so Ansteckungen bei der Sportausübung verhindern konnten“, erklärte Präsident Peter McDonald, der sich ähnlich wie im Schulbereich bei Minderjährigen entsprechende Corona-Sonderregelungen wünscht.

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Hannes Rauch, Präsident des Fußball-Regionalligisten FC Kufstein, schwärmte zuletzt von einer anderen Idee: „Mir gefällt ein Modell sehr gut, das die niederösterreichische Landesregierung gestaltet hat, da wird gestaffelt nach Ligen Geld ausgeschüttet.“ Sportvereine, die wegen der Corona-Bestimmungen Heimspiele ohne Zuschauer und mit geschlossener Kantine bestreiten mussten, können pro Geisterspiel je nach Liga 500 bis 3500 Euro beantragen.

Ein Modell, das natürlich auch Tirols Fußballverbandspräsident Josef Geisler kennt. „Auch in Tirol sollte es ein Entschädigungsmodell geben“, betont der Zillertaler. Und zwar eines, das nicht nur auf den Fußball, sondern alle Sportarten anzuwenden ist. „Um den Einnahmenentfall wegen Kantinenschließungen und Geisterspielen abzufedern“, wie Geisler erklärt.

Anders als in Niederösterreich soll aber nicht die Ligazugehörigkeit über die Höhe des Betrags entscheiden, sondern die durchschnittlichen Einnahmen bei regulären Heimspielen. Voraussetzung für eine Entschädigung ist aber, dass man auch beim NPO-Fonds um Unterstützung angesucht hat. „Damit können wir Doppelförderungen ausschließen“, so TFV-Präsident Geisler.

Bis Dezember auf „Pause“ gestellt sind die zweiten Ligen im österreichischen Volleyball. Normal geht der Betrieb hingegen in den ersten Ligen weiter, wie man gestern erfuhr. Das trifft in Tirol auf die Damen von VC Tirol und TI-abc-fliesen-volley zu. TI-Obmann Falkner ergänzte: „Trainieren dürfen die Mannschaften der zweiten Ligen weiterhin.“ (floh, t.w., suki)


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