900 Migranten auf Lampedusa eingetroffen

Etwa 900 Geflüchtete sind binnen weniger Stunden auf Lampedusa eingetroffen. In der Nacht auf Montag erreichten zwölf Boote mit circa 670 Menschen die süditalienische Mittelmeerinsel. Am Sonntag hatten drei Boote mit über 200 Menschen Lampedusa erreicht. Die Migranten wurden von der Polizei lokalisiert, als sie bereits angekommen waren.

129 Personen gingen an Bord des Quarantäneschiffes „Suprema“, wo sie eine zehntägige Isolierungszeit verbringen werden. Die anderen Migranten befinden sich in dem Hotspot der Insel, der bereits stark überfüllt ist. Am Wochenende waren 400 Personen, meist Tunesier, an Bord von sieben Booten auf Lampedusa gelandet.

„Während die Italiener wegen der Coronaviruspandemie zu Hause bleiben müssen, öffnet die Regierung illegalen Migranten die Häfen“, protestierte der Chef der rechten Lega, Matteo Salvini. Er fordert den Rücktritt der italienischen Innenministerin Luciana Lamorgese, nachdem bekannt wurde, dass der tunesische Nizza-Attentäter am 20. September auf Lampedusa eingetroffen war. Am 9. Oktober hatte er die Adria-Hafenstadt Bari erreicht, danach war er untergetaucht.

Der 21-jährige Tunesier hatte laut den bisherigen Ermittlungen am Donnerstag in der Früh in der Basilika Notre-Dame von Nizza drei Menschen mit einem Messer getötet. Dabei soll er mehrfach „Allahu Akbar“ (Gott ist groß) gerufen haben. Der Attentäter war nach Angaben des französischen Innenministeriums erst kurz vor der Tat aus Italien nach Frankreich eingereist. Weil der Tunesier durch Polizeischüsse schwer verletzt wurde, konnte er bisher noch nicht verhört werden.


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