Mindestens 22 Tote bei Angriff auf Universität in Kabul

Bei einem Angriff auf das Gelände der Universität von Kabul sind nach Angaben des afghanischen Innenministeriums mindestens 22 Menschen getötet und 22 weitere verletzt worden. Den Angaben zufolge hatten drei Bewaffnete das Gelände gestürmt und sich sechs Stunden lang ein Feuergefecht mit afghanischen Eliteeinheiten geliefert. Drei Angreifer wurden laut Ministerium getötet. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Angriff in einer Internet-Nachricht für sich.

Der Einsatz dauere weiter an, hieß es. Ein Augenzeuge berichtete, Ziel der bewaffneten Männer seien Studenten gewesen. „Die schossen auf jeden Studenten, den sie gesehen haben“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Ihm selber sei es gelungen, zusammen mit Freunden durch einen der Eingänge aus der Universität zu fliehen. Das Innenministerium erklärte, drei Angreifer seien durch Sicherheitskräfte erschossen worden.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Angriff für sich. Zwei IS-Kämpfer hätten den Campus während einer Abschlussfeier gestürmt, erklärte die Gruppe in einer über das Internet verbreiteten Nachricht des IS-Sprachrohrs Amak am Montag. Der IS sprach in der Nachricht von 80 Todesopfern und Verletzten. Anders als der IS sprach das afghanische Innenministerium von drei Tätern.

Die Angreifer sollen in Militäruniform bekleidet den Campus betreten und sich dann in einer der Fakultäten stundenlang ein Feuergefecht mit den Sicherheitskräften geliefert. Über dem Campus waren Hubschrauber zu sehen. Zudem waren Explosionen sowie Schüsse zu hören.

Hunderte Studenten, Professoren und Verwaltungsmitarbeitern flüchteten nach dem Angriff aus dem Gebäude. Hunderte weitere Menschen seien von Sicherheitskräften in Sicherheit gebracht worden.

Die afghanischen Sicherheitskräfte wurden nach Angaben eines US-Militärbeamten von der NATO-geführten Mission Resolute Support unterstützt. Weitere Einzelheiten gab es zunächst nicht.

Afghanistans Regierung spricht seit September mit den militant-islamistischen Taliban über Frieden, doch der Konflikt im Land geht mit einem hohen Gewaltniveau weiter. Vor einer Woche starben bei einem Selbstmordanschlag der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) in Kabul 24 Schülerinnen und Schüler, fast 60 wurden verletzt.


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