Blutiger Terroranschlag in der Wiener Innenstadt

Bei einer Schießerei in der Wiener Innenstadt in der Nähe des Schwedenplatzes ist Montagabend zumindest ein Polizeibeamter getötet worden. Die Tat ereignete sich in der Nähe der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG) und deren Synagoge. Ein Täter wurde nach einem Schusswechsel festgenommen, nach möglichen weiteren wird gefahndet. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) sprach von einem „augenscheinlichen Terroranschlag“. Medien berichten von drei bis acht Todesopfern.

Nehammer bestätigte gegenüber der „ZIB2“, dass es mehrere Verletzte gegeben habe, auch Tote seien darunter. Es handle sich um ein Terrorattacke, die noch in Gang sei, so Nehammer. Der Anschlag soll gegen die Synagoge in der Seitenstettengasse gerichtet gewesen sein. Gerüchte über eine Geiselnahme wurden zunächst nicht bestätigt. Die Exekutive ist mit allen Spezialkräften im Einsatz. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Nehammer befinden sich im BMI beim Einsatzstab.

Auch der Sprecher der Wiener Berufsrettung, Daniel Melcher, bestätigte der APA, dass es mehrere Tote und Verletzte gegeben hat. „Zahlenmäßig eingrenzen können wir das noch nicht, wir sind noch dabei, uns einen Überblick zu verschaffen.“

Im Bereich der Innenstadt errichtete die Rettung einen Triage-Platz, um Verletzte nach Schwere ihrer Blessuren und Dringlichkeit einordnen zu können. Im Einsatz waren der Katastrophenzug und zahlreiche Einsatzkräfte der Partnerorganisationen der Rettung. Nach Informationen der APA wurde Spitalspersonal in mehreren Wiener Krankenhäusern alarmiert, so auch im UKH Nord.

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Die Spezialkräfte arbeiteten inzwischen unter Hochdruck daran, die Täter auszuschalten,. Laut ersten Informationen würden diese über Langwaffen verfügen. Nehammer appellierte an die Bevölkerung, zuhause zu bleiben und öffentliche Plätze zu meiden. „Falls sie sich in einem Lokal befinden, bleiben sie darin“, appellierte der Innenminister.

Zum Zeitpunkt des Anschlages dürften sich keine Menschen im Stadttempel in der Seitenstettengasse und in den Räumlichkeiten der Israelitischen Kultusgemeinde Wien befunden haben. Man habe die Gemeindemitglieder dazu aufgefordert, nicht das Haus zu verlassen, hieß es vonseiten der IKG. Auch generell rief die Polizei dazu auf, Wohnungen oder Lokale rund um den Schwedenplatz nicht zu verlassen.

Vom Vorfall in der Wiener Innenstadt Montagabend kursierten mehrere Videos, die bewaffnete Männer in der Innenstadtstadt zeigt, die wild um sich schießen. Auf einem Video sieht man sogar, wie ein Getroffener - möglicherweise ein Polizist - auf dem Schwedenplatz zu Boden fällt. Ein Mann mit einer Kalaschnikow-ähnlichen Waffe läuft durch eine gepflasterte Gasse und schießt. Aus einem Fenster schreit ein Augenzeuge „Arschloch“.

Drei Verletzte sind nach der Attacke in der Wiener Innenstadt in Kliniken des Wiener Gesundheitsverbundes aufgenommen worden. Das sagte Christoph Mierau, Sprecher des Gesundheitsverbundes, auf APA-Anfrage. Die Personen dürften schwerere Verletzungen erlitten haben. Ob es sich um Schusswunden oder Verletzungen von einer Explosion handelt, konnte Mierau nicht sagen.

Die Wiener Polizei appellierte unterdessen, es sollten keine Videos und Fotos von den Vorgängen in sozialen Medien veröffentlicht werden. „Dies gefährdet sowohl Einsatzkräfte als auch Zivilbevölkerung.“

Die Landespolizeidirektion Wien forderte die Bevölkerung via Twitter auf, sich von allen öffentlichen Plätzen fernzuhalten. Die öffentlichen Verkehrsmittel sollten ebenfalls gemieden werden, appellierte die Polizei in einem auf Englisch verfassten Tweet.

„Es hat sich nach Krachern angehört“, schilderte ein Augenzeuge, der anonym bleiben wollte, in einer Sonderausgabe der ORF-Sendung „Zeit im Bild“. „Dann hat man gemerkt, das sind Schüsse. Dann sah man eine Person die Seitenstetten herunterlaufen, (der hat) mit einer automatischen Waffe wild geschossen. Der ist dann abgebogen, hinunter, beim (Lokal) ‚Roter Engel‘ von dort in Richtung Schwedenplatz. Er hat dort wild weitergeschossen. Dann kam die Polizei und hat geschossen.“


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