Blutiger Terroranschlag in der Wiener Innenstadt

Mit einem Notruf, der gegen 20.00 Uhr mehrere Schüsse in der Seitenstettengasse in der Wiener Innenstadt anzeigte, hat am Montag ein Großeinsatz der Exekutive wegen eines Terroranschlags mit mehreren Tätern begonnen. Eine Zivilperson wurde von den Attentätern getötet, mehrere weitere Passanten und ein Polizist wurden schwer verletzt, ehe einer der Täter von der Polizei gestellt und erschossen wurde, sagte Harald Sörös, Sprecher des Innenministeriums, der APA.

Bei dem Tatverdächtigen sei eine Langwaffe sichergestellt worden, so der Sprecher. Weitere gesicherte Angaben zu den Vorgängen lagen zunächst nicht vor. Alle verfügbaren Kräfte seien im Einsatz, um die noch nicht gefassten weiteren Täter dingfest zu machen.

Auch das Bundesheer wurde aktiviert. Das Militär übernimmt sämtlichen Objektschutz in der Bundeshauptstadt und Teile des Jagdkommandos stehen zur Unterstützung der Terrorismusbekämpfung zur Verfügung, hieß es aus dem Bundeskanzleramt Montagabend.

Die Polizei appellierte wegen der anhaltenden Gefahrenlage an die Bevölkerung: „Wenn Sie zuhause sind, bleiben Sie zuhause!“ Wer unterwegs ist, solle sichere Räume nicht verlassen bzw. versuchen, einen sicheren Raum aufzusuchen, wurde dringend geraten. Die Wiener City war großräumig abgesperrt, öffentliche Verkehrsmittel hielten nicht in der Innenstadt.

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Alle sechs bisher bestätigten Tatorte lagen im ersten Wiener Gemeindebezirk. Beim Ablauf der Attacken habe es „einen zeitlichen Zusammenhang“ gegeben, sagte Sörös.

Bis zum späteren Abend wurden 15 Verletzte in verschiedene Wiener Spitäler eingeliefert, die bei dem Anschlag verletzt worden waren, sagte Christop Mierau, Sprecher des Wiener Gesundheitsverbunds, auf APA-Anfrage. Mindestens sieben der Opfer hätten schwere Verletzungen davongetragen.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ist nach dem Anschlag in Wien laufend in Krisensitzungen und hat bereits mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen, dem Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und allen Parteichefs telefoniert. Das teilte das Bundeskanzleramt Montagabend mit.

Die Wiener Polizei appellierte unterdessen, es sollten keine Videos und Fotos von den Vorgängen in sozialen Medien veröffentlicht werden. „Dies gefährdet sowohl Einsatzkräfte als auch Zivilbevölkerung.“

Die Landespolizeidirektion Wien forderte die Bevölkerung via Twitter auf, sich von allen öffentlichen Plätzen fernzuhalten. Die öffentlichen Verkehrsmittel sollten ebenfalls gemieden werden, appellierte die Polizei in einem auf Englisch verfassten Tweet.

Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) zeigte sich auf Twitter entsetzt: „Zutiefst bestürzt haben wir die Informationen über die Schießerei in der inneren Stadt erhalten. Die Bilder sind schockierend und machen uns fassungslos.“ Auch er appellierte an die Wienerinnen und Wiener, zuhause zu bleiben. Ludwig selbst ist inzwischen beim Krisenstab der Polizei eingetroffen, wie ein Sprecher betonte.


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