Anschlag in Wien forderte drei zivile Opfer - Ein Täter tot

Bei dem Anschlag am Montagabend in der Wiener Innenstadt sind vier Menschen ums Leben gekommen. Drei davon sind Opfer, bei ihnen handelt es sich um eine Frau und zwei Männer. Der vierte Tote ist ein Attentäter, der mittlerweile identifiziert wurde. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) sprach bei einer Pressekonferenz Dienstag früh von einem „Anschlag von mindestens einem islamistischen Terroristen“. Demnach war der Angreifer „Sympathisant der Terrormiliz IS“.

Das Innenministerium hat nach bestätigte Dienstagfrüh mehrere Hausdurchsuchungen „im Umfeld des Täters“. Es seien mehrere Personen festgenommen worden, hieß es aus dem Innenministerium gegenüber der APA.

Die Anschlagsserie forderte auch zahlreiche Schwerverletzte. Einer davon ist ein beim Einsatz verletzter Polizist, dessen Zustand Dienstagfrüh als kritisch, aber stabil bezeichnet wurde. Unterdessen hat sich die Zahl der Verletzten erhöht. In den Wiener Krankenhäusern wurden 17 Menschen versorgt, von denen mindestens sechs Menschen schwer verletzt waren.

Die Behörden gehen nach wie vor davon aus, dass mehrere Attentäter an dem Angriff beteiligt waren und hielten ihre Warnungen, zuhause zu bleiben und insbesondere die Innenstadt zu meiden, aufrecht. Die Schulpflicht in der Bundeshauptstadt wurde für Dienstag ausgesetzt. Wenn Eltern die Kinder nicht betreuen können, können sie sie in die Bildungseinrichtung bringen.

Die Wiener Innenstadt ist nach dem Terroranschlag wieder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die Wiener Linien sind seit Betriebsbeginn am Dienstag uneingeschränkt unterwegs, gab das Unternehmen bekannt. Alle Stationen - auch jene in der Wiener City - wurden wieder angefahren. Das wurde mit dem Einsatzstab im Innenministerium so vereinbart, so ein Sprecher. Abgesagt wurde das für Vormittag geplante Aufstellen des Christbaums auf dem Rathausplatz.

Der getötete Angreifer trug dem Innenminister zufolge eine Attrappe eines Sprengstoffgürtels, er ist namentlich identifiziert. Der Generaldirektor für die Öffentliche Sicherheit, Franz Ruf, berichtete, dass noch in der Nacht seine Wohnung mit Sprengstoff geöffnet und eine Hausdurchsuchung durchgeführt wurde.

Sieben Polizisten machten demnach am Montagabend im Zuge der Terrorattacke von ihren Dienstwaffen Gebrauch. Laut dem Wiener Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl wurde der Angreifer um 20.09 Uhr von Beamten der Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung (WEGA) „neutralisiert“.

Der Angriff hatte gegen 20 Uhr in der Seitenstettengasse im belebten Ausgehviertel Bermuda-Dreieck begonnen, in dem kurz vor Beginn neuer Corona-Ausgangssperren und bei lauem Wetter viele Menschen unterwegs waren. Nach dem ersten Notruf bei der Polizei und dem Eintreffen der Einsatzkräfte kam es in weiterer Folge zu Schießereien zwischen der Polizei und den Tätern. Ein Polizist wurde dabei angeschossen und schwer verletzt.

Der Großeinsatz der Exekutive lief in der Nacht weiter. So waren 150 Cobra- sowie 100 Wega-Beamte im Einsatz, dazu kamen mehrere 100 Streifenpolizisten sowie Kräfte in zivil. Auch das Bundesheer wurde aktiviert. Soldaten übernahmen den gesamten Objektschutz in der Bundeshauptstadt, um die Polizei zu entlasten und Teile des Jagdkommandos wurden zur Unterstützung der Terrorismusbekämpfung bereitgestellt.

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