Vier zivile Opfer nach Anschlag in Wien - Ein Täter tot

Durch den Terroranschlag Montagabend in Wien gibt es vier zivile Todesopfer zu beklagen. Sieben weitere Menschen befinden sich in lebensbedrohlichem Zustand. Bei dem von der Polizei getöteten mutmaßlichen Attentäter habe es sich um einen IS-Sympathisanten gehandelt, teilte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) Dienstagfrüh mit. Es fanden Hausdurchsuchungen und Festnahmen in dessen Umfeld statt. Ob es weitere Täter gegeben hat, ist offen.

Der Gesundheitszustand des bei dem terroristischen Anschlag verletzten Polizisten war Dienstagfrüh weiterhin kritisch, aber stabil. In den Wiener Krankenhäusern wurden 17 Menschen versorgt. Bei den zivilen Opfern handelt es sich um zwei Frauen und zwei Männer. Über die Identität der Betroffenen wurden keine Angaben gemacht. Zehn Personen haben mittlere bis leichtere Verletzungen. Dass Betroffene aus dem Spital entlassen werden, ist jedoch noch nicht absehbar, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsverbunds.

Seitens der Polizei standen anschlagbezogen 1.000 Polizisten im Dienst, wobei Beamte aus Niederösterreich und dem Burgenland beigezogen wurden. Die städtische Infrastruktur und öffentliche Räume wurden gesichert, zum Objektschutz stellte das Bundesheer 75 Soldaten ab.

Der mit einem automatischen Sturmgewehr, einer Pistole und einer Machete bewaffnete und bereits identifizierte Attentäter hatte laut dem Innenminister auch eine Attrappe eines Sprengstoffgürtels getragen. Noch in der Nacht wurde seine Wohnung mit Sprengstoff geöffnet und eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Die Frage, ob sich bei einer von Zeugen wahrgenommenen Detonation in der Nacht in Simmering um diese Wohnungsöffnung gehandelt haben könnte, wurde vom Innenminister nicht verneint.

TT-ePaper testen und eine von drei Gasser Tourenrodeln gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Die TT verlost drei Gasser Tourenrodeln und 50 Thermosflaschen

Die Wiener Innenstadt war in den Morgenstunden wieder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die Schulen befanden sich in ganz Wien im „Notbetrieb“. Die Schulpflicht wurde in Absprache mit dem Innenministerium für den Dienstag aufgehoben.

Der Angriff hatte gegen 20 Uhr im belebten Ausgehviertel Bermuda-Dreieck in der Wiener Innenstadt begonnen, in dem kurz vor Beginn neuer Corona-Ausgangssperren und bei lauem Wetter viele Menschen unterwegs waren. Nach dem ersten Notruf bei der Polizei und dem Eintreffen der Einsatzkräfte kam es in weiterer Folge zu Schießereien zwischen der Polizei und dem oder den Täter/n.

Am Bundeskanzleramt und der Präsidentschaftskanzlei wurden Dienstagfrüh die Flaggen auf Halbmast gesetzt. Auch an allen Ministerien und öffentlichen Gebäuden war das der Fall. National und international zeigten sich Politiker entsetzt über den blutigen Anschlag und erklärten sich solidarisch mit Österreich. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bedankte sich bei den Einsatzkräften und kondolierte den Angehörigen der Opfer.

Nehammer bezeichnete den Anschlag als „völlig untauglichen Versuch, unsere demokratische Gesellschaft zu erschüttern“. Terror und Gewalt hätten keinen Platz in der Gesellschaft. Nehammer versprach „rasche Aufklärung“ und drückte den Angehörigen der Todesopfer seine Anteilnahme aus.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) zeigte sich „tief betroffen und fassungslos“. „Unsere Gedanken sind in diesen Stunden bei den Betroffenen, ihren Familien und den Einsatzkräften. Mögen Sie den Einsatz wohlbehalten überstehen“, hieß es am Dienstag in einem Statement auf Facebook. Die IGGÖ bot ihre uneingeschränkte Kooperation mit den Sicherheitsbehörden an. Man wisse über den oder die Täter auch nicht mehr, als das Innenministerium am Dienstag bekannt gegeben hat, sagte eine Sprecherin zur APA.


Kommentieren


Schlagworte