Leere Innenstadt am Tag nach dem Anschlag

Viele Menschen halten sich in Wien offenbar an den Aufruf, auch am Tag nach dem Anschlag zuhause zu bleiben und nicht rauszugehen. In den U-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen herrschte oft völlige Stille. Auch in den wenigen offenen Geschäften im ersten Bezirk war sehr wenig los. Nur selten sind Menschen anzutreffen und Gespräche zu vernehmen. Und wenn, dann geht es meist um die Geschehnissen des Vorabends. Die Stimmung wirkt bedrückt und angespannt.

„Ich habe Angst und bin froh, dass ich bald wieder nachhause kann“, sagte die Verkäuferin einer Bäckerei nahe der U-Bahn-Station Schottentor der APA. Sie arbeitet in einem der wenigen Geschäfte in der Innenstadt, die am Dienstagvormittag geöffnet haben. „Es kommen kaum Menschen, es ist sehr wenig los“, erzählte auch die Verkäuferin im Geschäft daneben. Auch sie fühlt sich unsicher, wie sie selbst sagte. Kunden gab es heute laut ihr deutlich weniger als normal.

In einer gegenüberliegenden Buchhandlung ist ebenfalls nur eine Verkäuferin anzutreffen. „Es war bisher noch kein einziger Kunde da“, sagte sie. Am heutigen Tag, so vermutete sie, würden wohl kaum Menschen einkaufen gehen. „Wir können froh sein, dass es uns so gut geht“, sagte sie, während sie vor einem leeren Regal saß, in dem normalerweise Tageszeitungen liegen. Denn diese wurden heute erst gar nicht geliefert.

Einer der wenigen Taxifahrer, der in der Innenstadt unterwegs ist, schildert ebenfalls völlige Menschenleere. „In zwei Stunden hatte ich erst zwei Fahrgäste“, sagte er. Auf die Frage, wie er sich gerade fühle, antwortete er nur mit „ganz schlechter Tag“.


Kommentieren


Schlagworte