Trump gegen Biden: Wer wird nächster US-Präsident?

In der Nacht auf Mittwoch steuern die USA auf den Showdown eines monatelangen Wahlkampfs hin. Bei der Präsidentenwahl wird der republikanische Amtsinhaber Donald Trump (74) vom Demokraten Joe Biden herausgefordert. In den Umfragen liegt der 77-jährige Biden klar vorne, doch ist es wegen der hohen Anzahl von Briefwahlstimmen unklar, ob der Sieger bereits in der Wahlnacht feststehen wird.

Die ersten Wahllokale haben an der US-Ostküste schon seit 6.00 Uhr Ortszeit (12.00 Uhr MEZ) geöffnet. Angesichts der Corona-Pandemie mit über 231.000 Toten in den USA gaben in den vergangenen Wochen allerdings fast 100 Millionen Früh- und Briefwähler ihre Stimme bereits ab - oder knapp drei Viertel aller Wähler, die 2016 teilnahmen. Experten rechnen diesmal mit einer Rekordbeteiligung von rund 150 Millionen Wählern. Traditionell kommt eine hohe Wahlbeteiligung den Demokraten zugute. Noch ist aber unklar, wie Trump bei einem knappen Ergebnis am Wahltag reagieren wird. Im Vorfeld der Wahl hatte er immer wieder die Briefwahl verteufelt und offen gelassen, ob er das Wahlergebnis anerkennen wird. Trump signalisierte, dass seine Anwälte bereits in Stellung sind. Fragen, ob er einen friedlichen Machtwechsel unterstützen würde, ließ er offen.

Die Präsidentenwahl findet indirekt statt. Für den Sieg sind mindestens 270 Wahlmännerstimmen erforderlich, die auf Basis der Ergebnisse in den 50 Staaten und dem Hauptstadtdistrikt Washington D.C. vergeben werden. Der stärkste Kandidat bekommt dabei alle Stimmen des jeweiligen Staates. Gewählt werden auch alle 435 Abgeordneten im Repräsentantenhaus sowie 35 der 100 Senatoren. Bisher hatten die Demokraten 235 Sitze im Repräsentantenhaus, die Republikaner 199. Die Demokraten hoffen nun, die republikanische Mehrheit von 53 Senatoren zu brechen und damit das gesamte Parlament unter ihre Kontrolle zu bringen.


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