Zäher Kampf um US-Präsidentschaft zwischen Trump und Biden

Der republikanische Amtsinhaber Donald Trump und sein demokratischer Herausforderer Joe Biden haben sich bei der US-Präsidentschaftswahl ein hartes Rennen um die Swing States geliefert. Trump setzte sich laut Nachrichtenagentur AP in den wichtigen Swing States Ohio und Iowa sowie in Florida durch. Dadurch konnte Trump auf den zuvor deutlich in Führung gegangenen Biden aufholen. Dieser bekam indes Minnesota zugesprochen. Damit liegt Trump bei 174 Wahlleuten, Biden bei 223.

Der Republikaner gewann den heftig umstrittenen Bundesstaat Florida mit 51,3 Prozent. Biden kam dort nur auf 47,8 Prozent. Nach Wahlschluss an der Westküste hatte Biden erwartungsgemäß einen großen Schritt in Richtung der Mehrheit im Wahlkollegium gemacht, indem er die Staaten Kalifornien (55), Washington (12) und Oregon (7) zugesprochen bekam. Trump konnte nach dem Zwischenergebnis auch zwei wackelnde „rote“ Hochburgen, Texas (38) und Georgia (16), halten. Doch auch dort war sein Vorsprung zu knapp für eine endgültige Entscheidung zu seinen Gunsten.

Der demokratische Präsidentschaftskandidat konnte sich indes Hoffnungen machen, die traditionelle konservative Hochburg Arizona (11) zu drehen. Nach Auszählung von 73 Prozent der Stimmen lag er dort mit 53,7 zu 45 Prozent in Front.

In den wichtigen Staaten des Rostgürtels, in den Trump vor vier Jahren die entscheidenden Stimmen für seinen Sieg gesammelt hatte, waren noch keine belastbaren Trends feststellbar. In Wisconsin, Michigan und Pennsylvania führte der Amtsinhaber zum Teil deutlich, doch beruhten diese Ergebnisse hauptsächlich auf der Urnenwahl vom Dienstag. Die Biden-Anhänger hatten aber Umfragen zufolge überwiegend von der Briefwahl Gebrauch gemacht, weswegen eine deutliche Verbesserung des Stimmenanteils des Herausforderers erwartet wurde. Das Endergebnis aus Michigan wird laut Medienberichten nicht vor Mittwochabend vorliegen.

Indes zeigte sich Biden optimistisch, was seine Siegeschancen betrifft. „Ich fühle mich gut damit, wo wir sind“, sagte Biden in der Nacht auf Mittwoch in einem kurzen Auftritt vor Anhängern in Wilmington. „Die Wahl ist nicht zu Ende, bis jede Stimme ausgezählt ist“, verwies er auf die ausständigen Briefwahlstimmen.

Die Präsidentenwahl findet indirekt statt. Für den Sieg sind mindestens 270 Wahlmännerstimmen erforderlich, die auf Basis der Ergebnisse in den 50 Staaten und dem Hauptstadtdistrikt Washington D.C. vergeben werden. Der stärkste Kandidat bekommt dabei alle Stimmen des jeweiligen Staates. Gewählt werden auch alle 435 Abgeordneten im Repräsentantenhaus sowie 35 der 100 Senatoren. Bisher hatten die Demokraten 235 Sitze im Repräsentantenhaus, die Republikaner 199. Die Demokraten hoffen nun, die republikanische Mehrheit von 53 Senatoren zu brechen und damit das gesamte Parlament unter ihre Kontrolle zu bringen.


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