Zäher Kampf um US-Präsidentschaft zwischen Trump und Biden

Der republikanische Amtsinhaber Donald Trump und sein demokratischer Herausforderer Joe Biden haben sich bei der US-Präsidentschaftswahl ein knappes Rennen um die umkämpften Staaten geliefert. Biden ging zwar dank seiner Hochburgen an der West- und Ostküste mit 223 Wahlmännerstimmen in Führung, doch konnte Trump die wichtigen Swing States Florida, Ohio und Iowa gewinnen. Die Ergebnisse aus den Rostgürtel-Staaten verspäten sich unterdessen.

Nach Wahlschluss an der Westküste hatte Biden erwartungsgemäß einen großen Schritt in Richtung der Mehrheit im Wahlkollegium gemacht, indem er die Staaten Kalifornien (55), Washington (12) und Oregon (7) zugesprochen bekam. Nach einem weiteren Sieg in Minnesota (10) hielt er laut der Nachrichtenagentur AP bei 223 Wahlleuten, womit ihm nur noch 47 auf den Sieg fehlten.

Trump konnte jedoch danach mit der Entscheidung in Florida (29), Ohio (18) und Iowa (6) auf 174 Wahlleute zulegen. Der Amtsinhaber lag auch in den meisten anderen Staaten besser als der Herausforderer.

Biden zeigte sich nach Mitternacht in einem kurzen Auftritt vor Anhängern siegessicher. „Ich fühle mich gut damit, wo wir sind“, sagte er. „Die Wahl ist nicht zu Ende, bis jede Stimme ausgezählt ist“, verwies er auf die ausständigen Briefwahlstimmen. Er blicke mit Optimismus auf Wisconsin (10), Michigan (16) und Pennsylvania (20), sagte Biden mit Blick auf Zwischenergebnisse, die seinen Kontrahenten Donald Trump in den drei wichtigen Staaten in Führung zeigten.

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Trump meldete sich indes auf Twitter zu Wort und zeigte sich ebenfalls „auf Kurs, diese Wahl zu gewinnen“. Den Demokraten warf er vor, „die Wahl zu stehlen“. „Wir sind weit vorne“, betonte er.

Während Trump auch in North Carolina (15), Georgia (16) und Texas (38) in Führung lag, konnte sich der Herausforderer Hoffnungen machen, die traditionelle konservative Hochburg Arizona (11) zu drehen. Nach Auszählung von 75 Prozent der Stimmen lag er dort mit 53,2 zu 45,5 Prozent in Front. Fox News erklärte den Demokraten dort bereits zum Sieger. Trump hatte Arizona im Jahr 2016, als er insgesamt 305 Wahlmänner errang, gewonnen.

In den wichtigen Staaten des Rostgürtels, wo Trump die entscheidenden Stimmen für seinen Sieg gesammelt hatte, waren noch keine belastbaren Trends feststellbar. In Wisconsin, Michigan und Pennsylvania führte der Amtsinhaber zum Teil deutlich, doch beruhten diese Ergebnisse hauptsächlich auf der Urnenwahl vom Dienstag. Die Biden-Anhänger hatten aber Umfragen zufolge überwiegend von der Briefwahl Gebrauch gemacht, weswegen eine deutliche Verbesserung des Stimmenanteils des Herausforderers erwartet wurde.

Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP hielt Biden bei 223 Wahlmännern aus 18 Staaten (Illinois, Virginia, Maryland, Delaware, New Jersey, Connecticut, Rhode Island, Massachusetts, Vermont, New York, New Mexico, Colorado, Kalifornien, Oregon, Washington, New Hampshire, Minnesota und Hawaii), Trump bei 174 Wahlmännern aus 21 Staaten (Oklahoma, Arkansas, Mississippi, Alabama, Kansas, Missouri, Tennessee, Kentucky, West Virginia, South Carolina, Wyoming, South Dakota, North Dakota, Nebraska, Louisiana, Indiana, Idaho, Utah, Iowa, Ohio, Montana und Florida).

Neben dem Präsidenten wurde am Dienstag auch der Kongress gewählt. Laut mehreren Fernsehsendern dürften die Demokraten ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus nicht nur halten, sondern sogar ausbauen können. Im Senat sah es hingegen besser aus für die Republikaner. Hier konnten gefährdete Schwergewichte wie der Mehrheitsführer Mitch McConnell (Kentucky) und der Chef des Justizausschusses Lindsey Graham (South Carolina) ihre Senatssitze halten. In Colorado konnte der demokratische Ex-Gouverneur John Hickenlooper den republikanischen Amtsinhaber Cory Gardner verdrängen. Dafür verlor der demokratische Senator Doug Jones in Alabama gegen den republikanischen Ex-Football-Coach Tommy Tuberville.


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