Anschlag in Wien - Slowakische Behörden warnten Österreich

Der Attentäter von Wien hat im Sommer versucht, in der Slowakei Munition zu kaufen. Nach Informationen von Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR scheiterte der Kauf an einem fehlenden Waffenschein. Demnach wurden auch die österreichischen Behörden über den Fall informiert. In einer Online-Sitzung des Ministerrats setzt sich die österreichische Regierung mit dem Terroranschlag vom Montag auseinander.

Die slowakische Polizei erhielt im Sommer die Information, dass verdächtige Personen aus Österreich versuchten, Munition zu kaufen. Es sei ihnen aber nicht gelungen, etwas zu erwerben, schrieb die Behörde auf Facebook. Sofort sei die österreichische Polizei informiert worden. Weitere Kommentare seitens der slowakischen Behörden werde es nicht geben, um die Ermittlungen in Österreich nicht zu gefährden.

Ein Sprecher des Innenministeriums bestätigte bereits am Dienstagabend gegenüber der SZ, dass die heimischen Behörden informiert worden waren. Gegenüber der APA gab es am Mittwoch zunächst keine Information dazu.

Österreich steht am Mittwoch weiter ganz im Schatten des Terroranschlags vom Montagabend. Die Regierung trifft sich neuerlich zu einer Online-Sitzung des Ministerrats und auch der Wiener Stadtsenat kommt zu einer Sondersitzung zusammen. Am Nachmittag tagt der Nationale Sicherheitsrat. Die Polizei wertet weiter zahlreiche Videos aus, die von Zeugen Montagabend aufgenommen wurden, und wird eventuell neue Ermittlungserkenntnisse bekannt geben.

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Die Wiener Schüler, die am Dienstag von der Schulpflicht befreit waren, sollen wieder in die Schulen gehen. Zumindest die Volksschüler und die Unterstufe. Die Oberstufenschüler, die coronabedingt auf Distance Learning gehen müssen, sollen ihre Sachen aus den Schulen holen. Auch in den Kindergärten soll wieder der Alltag - sowie das in Coronazeiten überhaupt möglich ist - einkehren. Die Geschäfte in der Innenstadt, die am Dienstag zu einem großen Teil geschlossen geblieben waren, sollen ebenfalls wieder öffnen.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und der französische Präsident Emmanuel Macron planen nun gemeinsame europäische Initiativen im Kampf gegen den Terrorismus. Kurz habe am Dienstagabend mit Macron telefoniert, hieß es aus dem Bundeskanzleramt. Der Kanzler habe dem französischen Präsidenten für den Besuch an der österreichischen Botschaft in Paris und die Eintragung ins Kondolenzbuch gedankt.

Weitere Themen des Gesprächs waren der Kampf gegen den politischen Islam, der Umgang mit Foreign Terrorist Fighters sowie der ordentliche Schutz der europäischen Außengrenzen. Die beiden seien übereingekommen, in diesen Bereichen gemeinsam europäische Initiativen setzen zu wollen und darüber in den kommenden Tagen weiterhin zu beraten.

Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) wendet sich am Mittwoch beim 130. Ministerkomitee des Europarates, das virtuell abgehalten wird, an seine Ministerkollegen. Ursprünglich habe er über die „hohe Belastung, die die globale Covid-19-Pandemie für uns alle“ darstelle, „mit Reisewarnungen, Lockdown-Maßnahmen und den negativen sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen“ sprechen wollen, sagt er.

„Am Montagabend hat uns jedoch ein anderes, globales Virus heimgesucht. Ein Virus, das unsere Gesellschaften in Europa und darüber hinaus quält. Ein Virus, das sich noch rasanter verbreitet als Covid-19 - es verbreitet sich in der Geschwindigkeit eines Gedankens. Es ist das Virus des Hasses, das Virus der Intoleranz und das Virus der völligen Missachtung von Menschenleben“, so Schallenberg angesichts des Terroranschlages in Wien.

Bei der Generalaudienz am Mittwoch gedachte Papst Franziskus der Opfer der Terroranschläge in Nizza und in Wien. Dabei verurteilte er die Anschläge, die „mit Gewalt und Hass die „brüderliche Zusammenarbeit unter den Religionen zu beeinträchtigen versuchen“. Er beklagte eine zunehmende „Grausamkeit“ in Europa.

Papst Franziskus hatte bereits am Dienstag den Anschlag in Wien verurteilt. Per Twitter drückte er „Leid und Bestürzung“ wegen des terroristischen Attentats aus. Er bete für die Opfer und ihre Familienangehörigen. „Schluss mit Gewalt! Wir müssen zusammen Frieden und Brüderlichkeit aufbauen. Nur Liebe löscht den Hass“, so der Papst.


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