Operettensommer in Kufstein: Licht aus für die leichte Muse?

Kufsteiner Gemeinderat muss über Verlängerung des Vertrags für den Operettensommer am Festungsberg entscheiden. Corona-Pandemie auch hier ein Unsicherheitsfaktor.

Die Kommunalpolitik entscheidet, ob beim Operettensommer bald ausgetanzt ist.
© Operettensommer

Von Wolfgang Otter

Kufstein – Am kommenden Mittwoch will es der Kufsteiner Bürgermeister Martin Krumschnabel wissen. Unter Punkt 6 der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung (ab 17 Uhr im Kultur Quartier) geht es um die Zukunft des Operettensommers. Die Frag­e ist, ob der Vertrag für die Veranstaltung auf dem Festungsberg ab 2022 um weitere fünf Jahre verlängert werden soll. Aber auch die Saison 2021 steht zur Diskussion, da heuer die Aufführungen des Musical­s „Evita“ um ein Jahr verschoben wurden.

In der Kommunalpolitik wurden mahnende Stimmen aufgrund der unsicheren Situation durch die Pandemie laut, auch Bedenken bezüglich 2021. Das kommende Jahr ist laut Operettensommer-Geschäftsführer Josef Resch aber finanziell gesichert. An die 80 Prozent der Karten sind verkauft. Was die Geldgeber, die Stadt Kufstein und ihre Betriebe sowie der Tourismusverband, treffen könnte, sind Kosten für die Verschiebung. Als Worst-Case-Szenario sind 200.000 Euro im Gespräch. Hier hofft nicht nur Resch, sondern auch Bürgermeister Martin Krumschnabel auf die Unterstützung des Bundes, so dass sich der Beitrag, falls er überhaupt nötig wird, stark minimieren müsste. Sollte auch 2021 keine Aufführung möglich sein, würde es kein­e Mehrkosten für die Stadt mehr geben. Damit sieht Bürgermeister Krumschnabel auch kein zusätzliches Risiko mehr.

Derzeit fließen an die 210.000 Euro von der Stadt, 100.000 Euro vom Tourismusförderungsfonds, 100.000 Euro vom TVB Kufsteinerland und jeweils 42.000 von den Stadtwerken und deren Tochter Kufgem in die Veranstaltung.

Ein einseitiger Ausstieg ohn­e behördliche Anordnungen sei ohnedies „faktisch nicht möglich und würde von der Operettensommer Kufstein GmbH auch nicht akzeptiert, was ich natürlich grundsätzlich nachvollziehen kann“, wie Krumschnabel klarstellt. „Bei einer Nichtdurchführung entsteht immer das Risiko, dass wir Geld bezahlt haben, dafür aber keine Leistung bekommen. Andererseits erscheint mir eine Beendigung des Operettensommers zum jetzigen Zeitpunkt für all die Folgejahre eigentlich kulturpolitisch kaum vertretbar. Unter Umständen ergeben sich ja für die Corona-Krise Lösungen und bereits ab 2021 und sogar für die Folgejahre sind wieder Aufführungen möglich. Wir hätten dann unseren Veranstalter wirtschaftlich ruiniert und könnten das Produkt aus meiner Sicht auch dann nicht mehr spielen, wenn dies gesundheitspolitisch wieder möglich wäre“, meint Krumschnabel in einer Mail an die Gemeinderäte. Ihm sei bewusst, dass es eine schwierige Entscheidung sei, „da einerseits nicht unerhebliche Mittel und Steuergelder auf dem Spiel stehen“.

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Stefan Pühringer, Geschäftsführer Tourismusverband Kufsteinerland, informiert, dass „wir derzeit in vertraglichen Detailabstimmungen mit dem Operettensommer sind. Diese laufen in Abstimmung mit der Stadtgemeinde und der Festungsbetreiber-Gesellschaft. Wir werden uns mit Bürgermeister Krumschnabel auch weiterhin gut abstimmen, denn die Durchführung ist ohnedies nur mit allen Institutionen möglich. In den TVB-­Gremien gibt es einen gültigen Beschluss zur Verlängerung des Kufsteiner Operettensommers.“


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