WAC gefällt sich auch in Zagreb in der Außenseiterrolle

Als Underdog gestartet, hat der WAC in der Europa League überrascht. Vier Zähler aus den Partien gegen ZSKA Moskau und Feyenoord Rotterdam - die Wolfsberger stehen aktuell an der Spitze ihrer Gruppe. Dort sieht sich eigentlich Dinamo Zagreb. Kroatiens Serienmeister mit Erfahrung in der Champions League ist am Donnerstag (21.00 Uhr/DAZN) im ersten von zwei Aufeinandertreffen mit dem WAC der Gastgeber. Bei Dinamo fallen mehrere Akteure nach Corona-Infektionen aus.

Der WAC brach Mittwochmittag per Bus nach Zagreb auf. Die Außenseiterrolle nahmen die Kärntner gerne an. Ferdinand Feldhofer sah einen gewissen „Respekt, den sich mein Team erarbeitet hat“. Der Coach der „Wölfe“ hielt dennoch fest: „Das verändert nichts daran, dass Dinamo Favorit ist.“ Die Zagreber würden in der heimischen Liga ähnlich wie Salzburg dominant agieren. Tatsächlich hat der 21-fache Landesmeister seit 2006 nur einmal - 2017 ging der Titel an Rijeka - keine Meisterparty gefeiert.

Aktuell ist Dinamo wie gewohnt Erster der kroatischen Liga, in neun Runden gab es sieben Siege und zwei Remis. In der Qualifikation zur Champions League kam jedoch das Aus gegen Ferencvaros Budapest, in der Europa League schrieb die Mannschaft bisher zwei Unentschieden an, schoss und bekam dabei kein Tor. „Sie haben starke Einzelspieler, aber auch ein starkes Kollektiv mit wenig Schwachpunkten“, meinte Feldhofer. Der 41-Jährige betonte ebenso: „Wir haben aber auch unsere Qualitäten.“

Diese zeigen die Wolfsberger international zuletzt beim 4:1 in Rotterdam. Spielmacher Michael Liendl schaffte es nach seinen drei Toren ins Team der Runde der UEFA. Der Routinier erinnerte mit Blick auf die Tabelle aber an das Vorjahr. Damals holte der WAC nach einem fulminanten Start mit vier Punkten gegen Mönchengladbach und AS Roma in den übrigen vier Partien nur noch einen Zähler. „Wir sind im vergangenen Jahr genau gleich gestartet und haben den Aufstieg dann nicht geschafft. Das sollte Warnung genug sein“, sagte Liendl.

Sein Trainer strebt den Blick auf die Tabelle ohnehin nicht an. „Wir dürfen nicht den Fehler machen, zu viel zu rechnen“, meinte Feldhofer. „Bei der Auslosung haben alle von uns gedacht, dass wir sicher keine Rolle spielen werden. Fakt ist, wir sind noch immer Außenseiter.“ Feldhofer verwies auf die Heimstärke des Kontrahenten. Von den vergangenen 13 Spielen im Stadion Maksimir in der Champions League und der Europa League hat Dinamo nur eines - 1:4 gegen Manchester City im Dezember des Vorjahres - verloren. Acht entschieden die Kroaten für sich.

Die „Modri“ (Blauen) plagten vor dem Spiel freilich Probleme. Trainer Zoran Mamic lieferte am Dienstag einen positiven Coronatest ab, mit Stand Mittwochfrüh vermeldete Dinamo fünf mit dem Coronavirus infizierte Spieler. Namen wurden keine genannt. Auch drei weitere Mitglieder des Betreuerstabs sind betroffen. „Ich hatte wie verrückt Kopfschmerzen, also habe ich mich testen lassen. Es geht mir gut, aber das Ergebnis fiel positiv aus“, sagte Mamic im kroatischen Sender RTL. Kroatische Medien führten den Trip nach Moskau zu ZSKA als möglichen Grund für die Infektionen an.

Mamic wird sich das Spiel nun im Fernsehen anschauen, an der Seitenlinie wird ihn sein Assistent Damir Krznar vertreten. Der war vor sieben Jahren Interimscoach von Dinamo, als sich die Wiener Austria im Duell mit den Kroaten für die Champions League qualifizierte. Marin Leovac rannte damals noch für die Violetten, der in Niederösterreich aufgewachsene Außenverteidiger (32) spielte als Doppelstaatsbürger dann fünfmal für das kroatische Nationalteam und könnte auch am Donnerstag für Dinamo einlaufen.

Mit dem französischen Innenverteidiger Kevin Theophile-Catherine fehlt Dinamo auch ein wichtiger Mann aufgrund einer Schulterverletzung. Beim WAC fallen weiter Sven Sprangler (Knöchel) und Guram Giorbelidze (Adduktoren) aus. Das Duo soll in der Länderspielpause ins Mannschaftstraining einsteigen.


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