Ausgangssperre ab 20 Uhr: Südtirol setzt auf drastische Maßnahmen

In der autonomen Provinz wurde eine Ausgangssperre ab 20 Uhr verhängt. Für einige Kommunen, darunter Bozen, gelten besonders strenge Regeln.

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Arno Kompatscher (Landeshauptmann Südtirol): „Wir sind uns bewusst, was das für die Menschen in unserem Land bedeutet.“
© LPA/Fabio Brucculeri

Bozen, Rom – Die Zahl der Corona-Infizierten in Südtirol steigt weiter rasant an, gestern Vormittag galten 6796 Menschen als aktiv positiv. Der Druck auf das Gesundheitssystem nimmt zu, bislang wurden 322 Todesfälle verzeichnet. Um die Lage in den Griff zu bekommen, wurde erneut bei den Covid-Regeln nachgeschärft. Unter anderem gibt es seit gestern und bis zumindest 22. November eine Ausgangssperre ab 20 Uhr und bis 5 Uhr am Morgen des folgenden Tages.

„Wir sind uns bewusst, was das für die Menschen in unserem Land bedeutet“, sagt Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher. „Aber die Entwicklung des Infektionsgeschehens und die hohe Ansteckungsgefahr machen diese drastischen Maßnahmen nötig.“ Neben der Ausgangssperre wurde außerdem verfügt, dass Bars und Restaurants schließen müssen – Abhol- und Zustelldienste ausgenommen. Hotels dürfen keine Touristen mehr beherbergen. Die Kapazität der öffentlichen Verkehrsmittel wird begrenzt, nur noch 50 Prozent der Plätze dürfen besetzt werden. Für 23 Kommunen, darunter die Landeshauptstadt Bozen mit ihren über 100.000 Einwohnern, gelten besonders strenge Sonderregeln. Hier sind etwa alle Bildungseinrichtungen geschlossen, das Gemeindegebiet darf nur aus triftigen Gründen, etwa zu Arbeitszwecken, verlassen oder betreten werden.

Auch Italiens Regierung hat angesichts der steigenden Infektionszahlen restriktivere Regeln erlassen, ab heute geht das Land in einen zweiten Lockdown. Unter anderem sollen die 20 italienischen Regionen künftig in rote, orange und grüne Risikozonen aufgeteilt werden. Eine erste Einstufung soll im Laufe des heutigen Tages erfolgen. Südtirol dürfte zumindest „orange“ aufleuchten, heißt es aus dem Büro Kompatscher, große Auswirkungen habe das allerdings keine, weil die Verordnung des Landes und nicht die staatliche gelte. (bfk)

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