Spielbetrieb statt Corona-Pause: Tirols Basketball ist Spitzensport

Die Swarco Raiders Tirol (mit Oliver Vujakovic, r.) feierten am Wochenende beim 78:77 gegen die BBC Nord Dragonz einen Krimisieg.
© Mitteregger

Von Roman Stelzl

Innsbruck – In der Not erlebt der Basketball-Sport in Österreich einen regelrechten Aufstieg: Um Liga-Abbruch und Trainingsverbot zu verhindern, soll die zweite Bundesliga mit den Swarco Raiders Tirol zum Spitzensport erklärt und damit quasi der höchsten Superliga (BSL) „gleichgesetzt“ werden. Mit den Innsbruckern, die zuletzt drei Siege in Serie holten, sind insgesamt zehn Vereine an Bord (zwei steigen wohl aus) und unterschreiben trotz finanziellem und organisatorischem Mehraufwand das Spitzensport-Präventionskonzept der Superliga.

Derzeit dürfen die Zweitliga-­Vereine aufgrund der Covid-19-Verordnungen weder spielen noch in den Hallen trainieren. Das würde sich schlagartig ändern. Zu klären sind laut BSL-Geschäftsführer Johannes Wiesmann nur noch die Details. „Vom Ministerium ist das abgesegnet. Sobald wir uns all­e einig sind und die Vereine das Konzept unterschreiben, wird gespielt“, sagt Wiesmann, der zuerst mit sechs, dann mit acht und nun zehn Clubs planen kann. Die größte Belastung sind dabei die regelmäßigen Coronavirus-Tests sowie strengere (Hygiene-­)Auflagen. Doch der Gewinn ist ein großer. „Sobald alles geklärt ist, werden sie als Spitzensport eingestuft und dürfen in die Hallen hinein“, so Wiesmann.

Den Weg gehen auch die Raiders mit, obwohl man sich angesichts fehlender Unterschriften bedeckt hält. „Wir müssen uns auf die neue Situation einstellen, auch wenn es einen Mehraufwand gibt“, sagt Managerin Claudia Nuener, für die der größere Wermutstropfen das Fehlen der Zuschauer ist. Umso besser klingt da die Bilanz: Nach drei knappen Niederlagen zu Beginn gab es drei Siege, einer davon wegen des Nichtantretens des Gegners. Damit rückt das Ziel oberes Play-off wieder näher. „Sportlich gesehen ist es eine schöne Bilanz, aber wir schauen Schritt für Schritt voraus“, ergänzte Nuener, die heuer erstmals zwei Profis im Kader stehen hat.

Dieses Wochenende kommt zu früh für den „Neustart“, gespielt werden soll in Liga zwei wieder am 22. November. Dann als Spitzensport. Es wäre ein starkes Zeichen für Basketball in Österreich.


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