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Psychiater Reinhard Haller: „Je näher der Terror, desto tiefer geht es“

Eine konstruktive Aufarbeitung des Terroranschlags von Wien ist notwendig, um den Menschen ihr Sicherheitsgefühl zurückzugeben, sagt Psychiater Reinhard Haller.

Gedenken am Anschlagsort in der Wiener City. Die Bilder des Terrors haben sich tief in die Köpfe der Menschen eingebrannt.
© AFP

Carmen Baumgartner-Pötz

Wien – Heute vor einer Woche schien die Welt in Österreich noch in Ordnung – wenn man von der Corona-Pandemie absieht, an die man sich seit dem Frühjahr aber bereits gewöhnen konnte. Dann kam am Montagabend der Terror sprichwörtlich ins eigene Wohnzimmer: Der feige Anschlag von Wien, bei dem vier Menschen getötet wurden, stellt eine Zäsur in der jüngeren Geschichte Österreichs dar. Die Betroffenheit ist groß – doch wie gehen wir als Gesellschaft hierzulande damit um?

Für den bekannten Psychiater Reinhard Haller gibt es einen wesentlichen Unterschied zu den Anschlägen in anderen europäischen Ländern in den letzten Jahren (Frankreich, Belgien, Großbritannien, Deutschland etc.): „Es war ein Einbruch in unsere heile Welt, die Erkenntnis, dass Österreich eben keine Insel der Seligen ist. Die Nähe macht viel aus: Jeder kennt diese Plätze in Wien, wo der Anschlag stattgefunden hat, und wird daran denken, wenn er das nächste Mal dort ist. Je näher der Terror an einen herankommt, desto tiefer betrifft es einen, das ist eine ganz normale Reaktion“, beschreibt Haller den seelischen Gemütszustand vieler Menschen hierzulande.

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