Viele Sehenswürdigkeiten erstrahlten rot-weiß-rot

Nicht nur in Worten, auch auf symbolische Weise haben nach dem Terroranschlag in Wien am Montagabend mehrere Städte ihre Solidarität mit Österreich zum Ausdruck gebracht: Sehenswürdigkeiten wie der Springbrunnen am Slavija-Platz in Belgrad, der Präsidentenpalast in Preßburg oder das Rathaus in Tirana erstrahlten zuletzt in den Farben Österreichs: rot-weiß-rot. Als Fake erwies sich ein in Österreichs Farben gehüllter Eiffelturm.

Das österreichische Außenministerium berichtete in einem Facebook-Posting am Mittwoch über die Sehenswürdigkeiten. „Wir sind dankbar für die zahlreichen Solidaritätsbekundungen. Хвала! Ďakujem! Köszönöm! Hvala! Faleminderit! Děkujeme!“, hieß es in dem Beitrag.

Zu den Gebäuden gehörte etwa auch die geschichtsträchtige „City Hall“ (Vijećnica) in Sarajevo, deren Vorderfront in rot-weiß-rot erstrahlte. Darüber stand auf Deutsch groß geschrieben „Wir denken an euch“. Der Bürgermeister der Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina, Abdulah Skaka, schrieb am Mittwoch auf Twitter dazu: „Durch die Beleuchtung von Sarajevska Vijecnica in den Farben der Flagge der Republik Österreich möchte die Stadt Sarajevo zusammen mit seinen Bürgern Sympathie und Solidarität mit den Familien der bei dem Terroranschlag in Wien Getöteten und Verletzten zum Ausdruck bringen.“

Die Vijećnica, das ehemalige Rathaus Sarajevos, ist Sitz der Nationalbibliothek von Bosnien-Herzegowina. Der österreich-ungarische Erzherzog und Thronfolger Franz Ferdinand besuchte das Gebäude am 28. Juni 1914 vor dem tödlichen Attentat, das letztlich den Ersten Weltkrieg auslöste. Während der Belagerung von Sarajevo im Bosnienkrieg (1992-1995) durch bosnisch-serbische Militärverbände sowie Einheiten der jugoslawischen Bundesarmee und Paramilitärs wurde die Bibliothek Ende August 1992 durch Beschuss schwer in Mitleidenschaft gezogen.

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In der serbischen Hauptstadt Belgrad waren am Dienstagabend gleich mehrere öffentliche Gebäude, Brücken und Symbole der Stadt in den Farben der österreichischen Flagge beleuchtet. In Bratislava leuchtete der Präsidentenpalast am Dienstagabend in den österreichischen Nationalfarben, wie die slowakische Nachrichtenagentur TASR berichtete.

Am Rathaus in Budapest war die rot-weiße Wiener Stadtflagge mit einer schwarzen Trauerschleife angebracht. „Nur Liebe kann den Hass zum Schweigen bringen“, schrieb Bürgermeister Gergely Karacsony am Dienstagabend auf Facebook.

In der slowenischen Hauptstadt Ljubljana war am Dienstagabend die Burg von Ljubljana in rot-weiß-rot ausgestrahlt, berichteten slowenische Medien. Der Bürgermeister von Ljubljana, Zoran Jankovic, sprach zuvor seinem Amtskollegen Michael Ludwig in einer Videobotschaft sein Beileid aus.

Die albanische Hauptstadt Tirana beleuchtete das Rathaus, wie das österreichische Außenministerium berichtete. „Von Tirana nach Wien“ postete der Bürgermeister von Tirana, Erion Veliaj, am Dienstag auf Twitter und setzte ein Herz-Symbol dahinter.

In der tschechischen Hauptstadt Prag leuchtete der Aussichtsturm Petřín fast ganz in rot - nur die obere Aussichtsplattform war weiß, was im Zusammenspiel dann trotzdem rot-weiß-rot ergab. Der Prager Bürgermeister Zdeněk Hřib teilte am Dienstag auf Twitter ein Foto davon und schrieb dazu „Aus Solidarität mit Wien erstrahlt Petřín heute in den österreichischen Farben“.

Der Eiffelturm von Frankreichs Hauptstadt Paris erstrahlte - entgegen zahlreicher Social-Media-Postings - aber nicht in rot-weiß-rot. Ein Foto, das in den Sozialen Netzwerken kursierte, stellte sich als Falschmeldung heraus, wie sowohl die französische Botschaft in Wien als auch der österreichische Botschafter in Frankreich, Michael Linhart, der APA via Mail mitteilten.

Auch Etienne Berchtold, ein Pressesprecher von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), bestätigte in einem Tweet, dass es sich bei dem Foto um einen Fake handelte. Die symbolischen Solidaritätsbekundungen beschränkten sich also auf Länder im Osten und Süden Österreichs.


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