Privatzimmervermieter Tirol: „Hätten uns ein Paket für alle gewünscht“

Viele Mitglieder des Verbandes der Privatzimmervermieter hätten sich eine Regelung gewünscht, die allen Tourismusunternehmen zugutekommt.

Die Gäste von Privatvermietern erwarten sich Qualität und Komfort wie am Gerlhof in Gaimberg.
© Margit Steiner

Von Christoph Blassnig

Lienz – Niemandem wolle man etwas streitig machen, das beschlossene Förder­paket für den Osttiroler Tourismus sei zweifellos ein Impuls für die Betriebe, sagt Theresia Rainer, Obfrau des Verbandes der Privatvermieter Tirols. Dennoch hätten sich viele ihrer Mitglieder eine Regelung gewünscht, die allen Tourismusunternehmen zugutekommt, vom Zimmer­vermieter über die Pension bis zum Großhotel.

„Auch wir Privatvermieter erhalten seit Juni die doppelte Förderung, wenn wir sanieren oder ausbauen“, berichtet Rainer. Die Mindestinvestitionssumme von einer Million Euro als Bedingung im Paket „Qualitätsbettenoffensive Osttirol“ ziele jedoch klar auf Großbetriebe ab, wenn auch heimische Familien dahinterstehen mögen.

"Diese Menschen möchten nicht in ein Hotel"

„Uns Kleine zwingt das Gesetz aus dem Jahre 1959 in rechtliche Grauzonen“, beklagt Rainer. Im Gesetzestext heißt es etwa unter „Sachliche Voraussetzungen“: „Die zu vermietenden Wohnräume müssen Bestandteile der Wohnung des Vermieters sein.“ Diese Bedingung dürft­e heutzutage kaum einer der 16.000 Tiroler Privatvermieter, die im Verband organisiert sind, noch erfüllen. „Wir haben momentan mit einer Flut an anonymen Anzeigen zu kämpfen“, schildert Rainer. Die vorgeschriebene Obergrenze von zehn Betten hemme die Entwicklung.

Der Gast, der sich für eine Unterkunft bei Privatvermietern entscheide, mache dies ganz bewusst. „Diese Menschen möchten nicht in ein Hotel. Wir sind also keine Konkurrenz.“ Dennoch möchte man den Gästen höchste Qualität in den Unterkünften anbieten. „Der Einbau einer kleinen Sauna ist uns verboten“, nennt Rainer ein weiteres Beispiel für Beschränkungen.

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„Unsere Gäste sind neugierig und wollen Produkte aus der Region mit nach Hause nehmen, sie gönnen sich regionale Spezialitäten in den Gaststätten und Restaurants“, sagt Margit Steiner, die am Gerlhof drei Ferienwohnungen vermietet. Die Verbandsobfrau ergänzt: „Die Privaten gehen weder in Ausgleich noch in Konkurs, beschäftigen ausschließlich lokale Handwerker und drücken diese nicht im Preis. Wir haben den Tourismus in Tirol aufgebaut. Sterben die Privatvermieter, stirbt leider auch die Tourismusgesinnung.“


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