Hubert Scheibl-Ausstellung: Im Poetischen verortete Seinsspuren

Hubert Scheibl outet sich in der Innsbrucker Galerie Rhomberg als souveräner Zeichensetzer in weiten, atmosphärisch dichten Bildräumen.

Hubert Scheibl: „Ones“, Öl auf Leinwand, 2012/13.
© galerie rhomberg

Von Edith Schlocker

Innsbruck – „Farout“, was so viel wie weit entfernt, aber auch exzentrisch bedeutet, nennt Hubert Scheibl seine Ausstellung bei Rhomberg. Die die erste des 68-jährigen Oberösterreichers ist, der bei Max Weiler und Arnulf Rainer studiert hat, bevor er sich in den 80er-Jahren zum „Neuen Wilden“ gemausert hat. Um sich mit den Jahren zu einem der ernsthaftesten Vertreter der abstrakten Malerei in Österreich zu wandeln, zu einem subtilen Spieler mit Farben und Gesten, die Scheibl gern auf großen Leinwänden, aber auch Papieren ausbreitet.

In Gefilde entführend, die nichts Konkretes abbilden, nichts Bekanntes illustrieren, sondern eine Wirklichkeit eröffnen, die allein den Gesetzmäßigkeiten purer Malerei unterworfen ist. Um auf diese Weise weite, gern in einem monochromen Kolorit zelebrierte Bildräume zu eröffnen, die bisweilen durch markante, in einem einzigen machtvollen Pinselzug gesetzte Zeichen definiert sind, die auch wie durch kräuselndes Wasser reizvoll verzerrt daherkommen können. Scheibl gehe es darum, im Akt des Malens seine „Seinsbestimmung“ zu finden, schreibt Peter Assmann, Direktor des Tiroler Landesmuseums und einer der besten Kenner von Scheibls Werk, in der extravagant aufgemachten Broschüre, die zur Ausstellung erschienen ist.

So assoziativ einige der Titel von Scheibls Bildern auf einen ersten Blick auch sein mögen, letztlich geht es immer um Atmosphärisches, um das Aufspüren von Spuren durch eine im Poetischen verortete Metaphorik. Selbst dann, wenn der Künstler in der Manier von Rorschachtests Papiere bemalt. Sehr viel konkreter wird es dagegen, wenn Scheibl aus Fundstücken etwa seine „Bad Texas Bobs“ „bastelt“.

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