Durchsuchungen in Deutschland nach Anschlag in Wien

Die Spuren des islamistischen Attentäters von Wien führen auch nach Deutschland. Wie das deutsche Bundeskriminalamt am Freitag twitterte, durchsuchten Beamte im Auftrag des Generalbundesanwalts die Wohnungen und Geschäftsräume von vier Personen in Osnabrück, Kassel und im Kreis Pinneberg. Festnahmen gab es keine. Zwei der vier Personen sollen den Attentäter im Juli in der österreichischen Hauptstadt getroffen haben.

Die dritte Person soll demnach übers Internet mit dem Attentäter in Kontakt gestanden haben. Die vierte Person soll mit den Kontaktpersonen des Attentäters über das Internet kommuniziert haben, teilte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Alle vier seien nicht tatverdächtig. Die Durchsuchungen dienten lediglich der Sicherstellung möglicher Beweismittel. Festnahmen habe es keine gegeben.

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) hatte am Donnerstag erklärt, zwei Ermittlungsstränge zu dem Anschlag vom Montag führten ins Ausland. In der Schweiz seien bereits zwei Männer festgenommen worden. Das zweite Land nannte Nehammer nicht. Der deutsche Innenminister Horst Seehofer sagte aber in Berlin: „Wir haben durch den Fall in Wien auch Bezüge nach Deutschland hin zu Gefährdern, die rund um die Uhr überwacht werden.“

Vor der österreichischen Botschaft in Berlin versammeln sich am Nachmittag hohe Vertreter des Islams, des Judentums und der christlichen Kirchen zu einer gemeinsamen Solidaritätskundgebung. Geplant ist ein interreligiöses Gebet. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) nimmt die islamistischen Terrorakte der vergangenen Tage, zuletzt den Anschlag von Wien, zum Anlass zu einer Friedenskundgebung.

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Bei dem Anschlag am Montag in der Wiener Innenstadt starben vier Zivilisten, 23 Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Der Täter, ein Anhänger der radikalislamischen Miliz „Islamischer Staat“ (IS bzw. Daesh), wurde von der Polizei erschossen. Nach der Tat gab es laut Innenministerium in Österreich 18 Hausdurchsuchungen und 15 Festnahmen. Der in Österreich geborene 20-jährige Attentäter war im Frühjahr 2019 verurteilt worden, nachdem sein Versuch gescheitert war, nach Syrien zu reisen und sich dort der IS anzuschließen. Nach zwei Dritteln seiner Haftzeit wurde er im Dezember 2019 unter Auflagen entlassen. Der Mann hatte neben der österreichischen auch die nordmazedonische Staatsbürgerschaft.

Der Terrorexperte Peter Neumann bezeichnete die Niederlande als ein Land, das den Kampf gegen Jihadisten „gut im Griff“ hat. Auch die niederländische Expertin vom Clingendael-Institut, Goos Hofstee, erachtet die Anti-Terrorstrategie der niederländischen Regierung und Geheimdienste als erfolgreich. Die Hauptpunkte: Niederländer, die nach Syrien und Irak kämpfen gegangen sind, würden nicht zurückgeholt und Terrorverdächtige intensiv überwacht.


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