Bayern in Dortmund gefordert - Flick erwartet „Leckerbissen“

Rechtzeitig vor dem Gipfeltreffen der deutschen Fußball-Bundesliga haben sich die beiden Kontrahenten auf ihre Tabellen-Stammplätze eins und zwei manövriert. Vizemeister Borussia Dortmund empfängt am Samstag (18.30 Uhr/live Sky) den punktegleichen Meister und Tabellenführer Bayern München. Beide Teams sind in Form - wenngleich der 6:2-Erfolg der Bayern am Dienstag in der Champions League bei Red Bull Salzburg weniger klar ausfiel, als das Ergebnis vermuten lassen würde.

Die Dortmunder haben in dieser Saison erst zwei Gegentore erhalten. Ihnen wird zugetraut, auch den Bayern-Express zu stoppen. „Dortmund hat eine herausragende Mannschaft. Sie haben mit die beste Abwehr in der Bundesliga“, meinte Bayern-Trainer Hansi Flick. Der 55-Jährige erwartet einen „Leckerbissen“. Der deutsche Klassiker begeistere mittlerweile nicht nur im eigenen Land. „Die ganze Welt schaut da zu“, meinte Flick. „Es ist eine Sache, wo jeder motiviert ist.“

Für Aufregung sorgte in der Woche vor dem Showdown nicht nur Corona durch positive Tests bei Niklas Süle und Joshua Zirkzee, sondern einmal mehr auch der Vertragspoker von David Alaba. Der ÖFB-Star hatte am Montag angegeben, „aus den Nachrichten“ vom zurückgezogenen Angebot der Bayern erfahren zu haben. Laut einem Bericht des Fachmagazins „kicker“ vom Donnerstag sei Alaba aber am Vortag in einem 30-minütigen Vieraugengespräch von Sportdirektor Hasan Salihamidzic informiert worden.

Alabas Enttäuschung darüber, dass Vertragszahlen nach außen getragen worden seien, konterte der Verein zudem angeblich damit, dass in Wahrheit noch höhere Summen hätten genannt werden müssen. Laut „kicker“ sei dem Wiener ein Angebot bis 2024 vorgelegen, das mit jährlicher Steigerung und abhängig von Leistungsprämien beim Jahresverdienst an die 20-Millionen-Euro-Grenze gekommen wäre. Die Bayern-Führung hat dieses vergangenen Sonntag allerdings öffentlichkeitswirksam zurückgezogen und will keinen Cent drauflegen.

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Die Münchner drohen damit einen Leistungsträger zu verlieren - bei Vertragsende kommenden Sommer möglicherweise sogar ablösefrei. Flick will sich vom Tohuwabohu im Umfeld nicht aus der Ruhe bringen lassen. „Entscheidend ist immer, dass du Spiele gewinnst“, betonte der Bayern-Coach. „Wir haben ein hervorragendes Spiel gezeigt in Salzburg. Beide Mannschaften haben sehr, sehr offensiv agiert, dadurch aber viele Räume auch zugelassen. Das müssen wir gegen Dortmund besser machen.“

Die Dortmunder sind nämlich nicht nur in der Defensive stark. Ex-Salzburg-Stürmer Erling Haaland hält bereits bei zehn Pflichtspieltoren, hat am Dienstag in der Champions League bei Club Brügge (3:0) doppelt getroffen. „Sie haben enorme Qualitäten gerade beim Umschaltspiel. Sie haben gute Tiefenläufer, nicht nur Haaland“, warnte Flick.

Vier Siege in Folge hat der BVB zuletzt eingefahren. Fünf von sechs Partien in der Liga hat das Team von Trainer Lucien Favre zu Null gewonnen. In den jüngsten 374 Pflichtspielminuten gab es kein Gegentor, auch der zuletzt enorm starke Ex-Bayern-Verteidiger Mats Hummels könnte fit werden. „Die Bayern werden Respekt haben“, meinte Dortmunds Lizenzspielerchef Sebastian Kehl. „Wir müssen mutig sein, müssen draufgehen, dann können wir sie schlagen.“ In 27 von 28 Pflichtspielen nach dem ersten Corona-Lockdown haben die Bayern gewonnen. Die einzige Niederlage setzte es im September in Hoffenheim (1:4).

Mit 24 Treffern sind die Münchner zudem die Torfabrik der Liga. Zehn davon gehen in fünf Einsätzen alleine auf das Konto von Robert Lewandowski. Der Pole trifft damit im Schnitt bisher alle 37 Minuten. Abwehrchef Alaba wartet noch auf sein erstes Saisontor. Der 28-Jährige könnte am Samstag aber seinen 200. Sieg in der deutschen Bundesliga einfahren - in seinem 272. Spiel. So schnell ist das bisher niemandem gelungen. Den Rekord hält Alabas Teamkollege Thomas Müller, der nach 275 Spielen diese Anzahl an Erfolgen erreichte.


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