Schließung von radikalen Moscheen angeordnet

Kultusministerin Susanne Raab und Innenminister Karl Nehammer (beide ÖVP) haben nach dem Anschlag in Wien die Schließung von radikalen Moscheen angekündigt. Dies sei nach einem Krisentreffen mit dem Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ), Ümit Vural, angeordnet worden, hieß es am Freitag gegenüber der APA. Es gehe um den Entzug der Rechtsstellung sowie um die Auflösung von Vereinen. Indes gedachte die IGGÖ in ihren Moscheen der Anschlagsopfer.

In einer einheitlichen Predigt in den 350 Moscheen wurden die Muslime dazu aufgerufen, „für Gerechtigkeit und Menschenwürde einzutreten, die Vielfalt unserer Gesellschaft als gottgewollt zu begrüßen und ihre Stimme zu erheben, um den Grundwerten des Islam entsprechend Vertrauen durch ihre Worte und Taten aufzubauen“, hieß es.

„Nun, da uns der Terror vor unserer eigenen Haustür erreicht hat, ist es den österreichischen MuslimInnen mehr denn je ein Anliegen, den Missbrauch ihrer Religion für die Verbreitung von Gewalt und Terror zu verurteilen und ihrem tief empfundenen Mitgefühl Ausdruck zu verleihen“, äußerte sich Vural zu der Aktion im Rahmen des Freitagsgebets. „Diesen Geist des Zusammenhalts in die Zukunft zu tragen ist unsere gemeinsame Verantwortung.“

Bereits am Donnerstag hatten Imame der Islamischen Glaubensgemeinschaft gemeinsam mit Vertretern anderer Religionsgemeinschaften einen Gedenkmarsch an die Plätze des Attentats veranstaltet. Am späten Nachmittag gab es eine gemeinsame Kundgebung jüdischer und muslimischer Jugend- und Studentenvertreter sowie Politikern, die mit einem Lichtermeer endete.

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