45-Jährige nach Alkounfall mit E-Bike vor Strafrichter

Wer betrunken fährt, haftet bei einem Unfall mit Verletzten im Grunde gleich, als würde man am Steuer eines Pkw sitzen.

Teure Hüttengaudi: Mit über einem Promille Blutalkohol kam es zum Zusammenstoß bei der Talabfahrt. (Symbolfoto)
© www.imago-images.de

Innsbruck – Eines sollten Mountainbiker, gleich wie Skifahrer, nie vergessen. Wer betrunken fährt, haftet bei einem Unfall mit Verletzten im Grunde gleich, als würde man am Steuer eines Pkw sitzen. Wie schnell das alles gehen kann, zeigte gestern am Landesgericht ein Prozess um fahrlässige Körperverletzung. Als Angeklagte saß vor Richter Norbert Hofer eine völlig unbescholtene Angestellte. Nicht einmal zu einer Verwaltungsstrafe war es bislang im Leben der 45-Jährigen gekommen. Auf ihren Geburtstag wurde heuer auf einer Almhütte angestoßen. Schnapseinladungen hatten sich dort so gehäuft, dass die E-Bikerin eigentlich mit der Bahn ins Tal fahren wollte. Als die letzte Gondel abgefahren war, ging es letztlich doch – mit 1,14 Promille – per Fahrrad ins Tal. Gefahren war die Frau zur Vorsicht nur auf Privatwegen. Genau auf so einem Weg war ihr jedoch eine Mountainbikerin entgegengekommen.

In einer Kurve war dann der Frontalzusammenstoß so heftig, dass es die 45-Jährige überschlug und in einen Bach schleuderte. Die 66-jährige Unfallgegnerin war wiederum so unglücklich gekippt, dass sie einen Kniescheibenbruch erlitt. Die Frau geht bis heute auf Krücken, ein Jahr soll die Rehabilitation noch dauern. Mit dem Unfallopfer ist die 45-Jährige mittlerweile per du und über die Folgen ist sie schwer erschüttert. Verteidiger Martin Harthaller zeigte angesichts eines Strafrahmens bis zu zwei Jahren Haft den einmaligen Ausrutscher im Leben der Frau auf und bat um eine Strafe, die im Strafregister unterhalb der Auskunftspflicht liegt. Dem kam Richter Hofer nach. Eine Diversion war angesichts des Alko-Unfalls zwar nicht möglich, es blieb aber bei 720 Euro Geldstrafe plus 300 Euro Verfahrens­kosten. Schlimmer wird es ohnehin am Zivilgericht. Als Alkoholisierte haftet die Frau für die Unfallfolgen letztlich persönlich.

Bei Cannabisdeal betrogen

Mit 19 Jahren ging es für einen Oberländer gestern am Landesgericht bereits ein Jahr ins Gefängnis (nicht rechtskräftig). Der Bursche hatte Bekannte bei einem Cannabis-Deal um 400 Euro betrügen wollen, indem er ihnen anstatt Hanfkraut Wiesengras abpackte. Als der Käufer dies merkte, nahm ihn der 19-Jährige in den Schwitzkasten und bedrohte den Geprellten und dessen Freundin mit dem Umbringen, um die 400 Euro letztlich doch noch zu erhalten. (fell)

TT-ePaper testen und eine von drei Gasser Tourenrodeln gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Die TT verlost drei Gasser Tourenrodeln und 50 Thermosflaschen

Kommentieren


Schlagworte