Schließung von radikalen Moscheen angeordnet

Kultusministerin Susanne Raab und Innenminister Karl Nehammer (beide ÖVP) haben nach dem Anschlag in Wien die Schließung von radikalen Moscheen angekündigt. Dies sei nach einem Krisentreffen mit dem Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ), Ümit Vural, angeordnet worden, hieß es am Freitag gegenüber der APA. Es gehe um den Entzug der Rechtsstellung sowie um die Auflösung von Vereinen. Indes gedachte die IGGÖ in ihren Moscheen der Anschlagsopfer.

Laut IGGÖ ist von der Schließung eine Moschee in Wien betroffen. Um welches Objekt es sich genau handelt, wollte man auf APA-Anfrage nicht sagen. Es soll sich aber nicht um jene Moschee in der Hasnerstraße in Wien-Ottakring handeln, in dem der Attentäter aktiv gewesen sein soll. Diese sei nicht bei der IGGÖ registriert gewesen.

An die IGGÖ seien am Vormittag Informationen herangetragen worden, wonach eine bei ihr registrierte Moscheegemeinde gegen Glaubenslehre und Verfassung sowie das Islamgesetz von 2015 verstoße, gab die IGGÖ bekannt. Um mögliche Gefahr in Verzug abzuwenden, habe man unmittelbar die Rechtspersönlichkeit dieser Moscheegemeinde aufgehoben und dies dem Kultusamt mitgeteilt.

„Religionsfreiheit ist ein hohen Gut in unserem Land, das wir vor Missbrauch schützen müssen und schützen werden - auch vor jenem aus den eigenen Reihen“, schrieb IGGÖ-Präsident Vural. „Daher haben wir in Absprache mit den zuständigen Behörden die Schließung einer Moscheegemeinde angeordnet.“ Unter dem Dach der Islamischen Glaubensgemeinschaft finden sich österreichweit ungefähr 350 Moscheen und Gebetshäuser.

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Diese riefen am Freitag in einer einheitlichen Predigt die Muslime dazu auf, „für Gerechtigkeit und Menschenwürde einzutreten, die Vielfalt unserer Gesellschaft als gottgewollt zu begrüßen und ihre Stimme zu erheben, um den Grundwerten des Islam entsprechend Vertrauen durch ihre Worte und Taten aufzubauen“, hieß es.

„Nun, da uns der Terror vor unserer eigenen Haustür erreicht hat, ist es den österreichischen MuslimInnen mehr denn je ein Anliegen, den Missbrauch ihrer Religion für die Verbreitung von Gewalt und Terror zu verurteilen und ihrem tief empfundenen Mitgefühl Ausdruck zu verleihen“, äußerte sich Vural zu der Aktion im Rahmen des Freitagsgebets. „Diesen Geist des Zusammenhalts in die Zukunft zu tragen ist unsere gemeinsame Verantwortung.“

Bereits am Donnerstag hatten Imame der Islamischen Glaubensgemeinschaft gemeinsam mit Vertretern anderer Religionsgemeinschaften einen Gedenkmarsch an die Plätze des Attentats veranstaltet. Am späten Nachmittag gab es eine gemeinsame Kundgebung jüdischer und muslimischer Jugend- und Studentenvertreter sowie Politikern, die mit einem Lichtermeer endete.


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