Herausforderer Biden auf Kurs ins Weiße Haus

Bei der Präsidentenwahl in den USA ist Joe Biden dem Weißen Haus ein weiteres Stück näher gekommen. Der demokratische Herausforderer von Amtsinhaber Donald Trump übernahm am Freitag bei der Auszählung in den US-Staaten Georgia und Pennsylvania die Führung. Ein Erfolg in einem der beiden Staaten könnte den 77-Jährigen über die Marke von 270 Wahlleuten heben, die man in den USA für den Sieg bei einer Präsidentenwahl braucht. Die Entscheidung könnte noch am Freitag fallen.

Biden hat bisher 253 Wahlleute auf sich vereinigen können. Trump kommt aktuell auf 214 Wahlleute. Sollte Biden tatsächlich Georgia gewinnen und sich sein Erfolg in Arizona bestätigen, würde er sich die für einen Wahlsieg nötigen 270 Stimmen sichern. Die Nachrichtenagentur AP und der TV-Sender Fox News hatten Arizona bereits dem Demokraten zugeschlagen. Andere Medien hielten sich noch zurück.

In Pennsylvania übernahm Biden die Führung, wie die Nachrichtensender CNN und Fox News berichteten. Sollte er den Staat mit seinen 20 Wahlleuten tatsächlich gewinnen, wäre er auch Gesamtsieger der Präsidentschaftswahl. Bei einem Auszählungsstand von etwas mehr als 95 Prozent führte Biden nach Erhebungen des Datenanbieter Edison Research in Pennsylvania mit 5.587 Stimmen vor Trump.

Trumps Chancen auf eine zweite Amtszeit werden damit immer geringer. Er müsste bei den Auszählungen in allen noch offenen Bundesstaaten - Alaska, Arizona, Georgia, Nevada, North Carolina, Pennsylvania - als Sieger hervorgehen. Danach sah es am Freitagmittag (MEZ) laut der veröffentlichten Wahldaten jedoch nicht aus. Biden liegt in vier von fünf umkämpften Staaten vorn.

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Mit einem Auftritt im Weißen Haus machte der amtierende Präsident jedoch deutlich, dass er sich mit einer Niederlage keinesfalls abfinden will. Der 74-Jährige stellte sich als Opfer systematischen Wahlbetrugs dar - allerdings ohne jegliche Beweise für seine Behauptungen zu nennen. Mehrere US-Fernsehsender brachen daraufhin ihre Live-Übertragung aus dem Weißen Haus ab. Mehrere Sender unterzogen Trumps Behauptungen einem Faktencheck.

Das Rennen war auch mehr als 48 Stunden nach Schließung der letzten Wahllokale in mehreren Bundesstaaten noch nicht entschieden. Ein Grund dafür sind die vielen Wähler, die sich wegen der Corona-Pandemie für eine Briefwahl entschieden hatten. Außerdem durfte per Gesetz beispielsweise in dem hart umkämpften Pennsylvania niemand vor dem Wahltag Briefwahlstimmen auszählen. Angesichts des knappen Ausgangs zögerten die US-Medien damit, einen Gewinner der Präsidentenwahl auszurufen.


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