Anschober deutet weitere Corona-Maßnahmenverschärfungen an

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat am Samstag im Ö1-“Morgenjournal“ eine weitere Verschärfung der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus angedeutet. Solche stehen demnach im Raum, sollten über 850 Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt sein. Aktuell hält man ungefähr bei der Hälfte, der tägliche Zuwachs in diesem Bereich war in jüngster Vergangenheit aber enorm. Am Samstag gab es unterdessen einen neuen Rekord von 8.241 Neuinfektionen.

Somit stieg die Zahl der aktiv Infizierten auf 57.570 an - mehr als St. Pölten Einwohner hat. Unterdessen wurden erstmals seit Beginn der Pandemie mehr als 3.000 Covid-19-Patienten im Spital behandelt. Davon benötigten 432 Menschen intensivmedizinische Versorgung. Die Zahl der Toten stieg um 37 auf bereits 1.377 an.

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner forderte unterdessen, die Bundesregierung müsse „ihren Blindflug im Corona-Krisenmanagement endlich beenden“. Aktuell entscheide es sich, ob das Infektionsgeschehen eingedämmt werden kann oder nicht. Die Regierung handle aber erst, wenn „Feuer am Dach“ sei, meinte die frühere Gesundheitsministerin. Nun sei es Zeit, unabhängige Experten ans Ruder zu lassen. Diese müssten beurteilen, „ob die Maßnahmen der Bundesregierung ausreichen oder nicht“.

Wenn nur noch ein Viertel der Corona-Fälle rückverfolgbar ist, „verdeutlicht das den Blindflug der Regierung“, meinte die SPÖ-Vorsitzende. Das Monitoring einer unabhängigen Expertenkommission sei „unbedingt erforderlich, um evidenzbasiert Lockerungen und Anpassungen vorzunehmen und um für die Zeit nach dem Lockdown lernen zu können.“

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